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	<title>Gesundheit &#8211; zitronenmarmela.de</title>
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	<title>Gesundheit &#8211; zitronenmarmela.de</title>
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		<title>Fühle die Repression, spüre deinen Zorn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Simon Niederleig]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 May 2024 18:57:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Über Furcht und Bedrängnis, Seelenfrieden und Zuversicht. Etwas andere Gedanken zu Pfingsten. ]]></description>
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<p><strong>Über Furcht und Bedrängnis, Seelenfrieden und Zuversicht. Etwas andere Gedanken zu Pfingsten.</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="836" src="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2024/05/flammen-1024x836.jpg" alt="" class="wp-image-1027" srcset="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2024/05/flammen-1024x836.jpg 1024w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2024/05/flammen-300x245.jpg 300w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2024/05/flammen-768x627.jpg 768w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2024/05/flammen.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Feuerzungen – Zungenrede  (Lizenz: Pixabay-Inhaltslizenz)</figcaption></figure>



<p>Der Fakten sind genug gewechselt, lasst uns nun über Gefühle reden!<br><br>Viele Menschen sind heute verzagt und eingeschüchtert. Unterdrückter Zorn führt nicht selten zu Resignation und Depression. Mit der &#8222;falschen&#8220; Meinung verliert man heute schnell seinen Arbeitsplatz, seinen Freundeskreis und mitunter sogar seine Familie. Wir brauchen keine Statistiken, um zu wissen, dass es um die Meinungsäußerungsfreiheit in unserem Land mal wieder schlecht bestellt ist.<br><br>Wir müssen wohl alle zugeben, dass Kontaktschuld, Cancel Culture, Zensur und staatliche Desinformation eine Wirkung auf uns haben; egal ob wir es wollen oder nicht. Niemand ist wirklich davor gefeit.<br><br>Wer sich vom schweigenden Mitläufer zum aktiv spitzelnden oder diffamierenden Mittäter machen lässt, braucht diese unangenehmen Gefühle nicht mehr wahrzunehmen. Er wechselt auf die Seite der Macht, wo er seine Ohnmacht nicht mehr spüren muss. Star-Wars-Fans werden es die &#8222;dunkle Seite der Macht&#8220; nennen. Dort verschwindet die eigene Individualität hinter Gehorsam, Uniform und Atemmaske. Schließlich ist man emotional derart abgestumpft, dass man bereit wird, auf den eigenen Sohn mit dem Lichtschwert einzudreschen. Als (Mit-)Täter ist man nicht mehr machtlos, sondern erhebt sich machtvoll über die Opfer.<br><br>Der geniale Karikaturist Bernd Zeller brachte den subtilen Übergang vom schweigenden Mitläufer zum aktiven Mittäter auf den Punkt. In einem seiner Bildkunstwerke sagt eine demokratiebewegte Bürgerin zu einem neben ihr laufenden Mann, <a href="https://www.publicomag.com/2024/01/zeller-der-woche-demokratische-zustimmung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener nofollow">&#8222;Ich finde auch nicht alles gut unter der Ampel, aber wenigstens tut sie was gegen die, die es noch schlechter finden.&#8220;</a> – Ja, mit einem derartigen geistigen Spagat versuchen viele Menschen heute, die Ruhe ihres Gemüts wiederzuerlangen. Es ist der Versuch, die eigenen Zweifel mit den Erwartungen des repressiv gestimmten Umfelds zu harmonisieren. Sie wissen: Wer brav mit dem Finger auf andere zeigt, wird noch in Ruhe gelassen.<br><br>Politisch wird dieses emotionale Ruhebedürfnis gerade von der Brandmauer-CDU sehr geschickt bedient. Inhaltlich wird die AfD von der CDU in vielen relevanten Fragen bis aufs i-Tüpfelchen kopiert. Dabei weiß im Grunde jeder CDU-Wähler, dass die <a href="https://zitronenmarmela.de/2024/02/21/der-zerfall-der-cdu/">vergrünte Union</a> nach den Wahlen wieder grüne Politik machen wird. Mit einem Kreuzchen bei der Union hat der brave Bürger dann jedenfalls seine &#8222;demokratische Pflicht&#8220; erfüllt; die Nachbarn sind zufrieden. Was nach der Wahl kommt, scheint egal zu sein. Denn entweder merkt man als Unions-Wähler sowieso gar nichts mehr oder man gefällt sich selbst in der narzisstischen Pose, ein Opfer der großen Politik zu sein. In jedem Fall bleibt für den CDU-Wähler die Gemütsruhe gewahrt. Denn nichts ist diesem heiliger, als die Ruhe seines Gemüts.<br><br>Gewinnt man aber so auch seinen dauerhaften Seelenfrieden zurück? Und ist der Unterschied von Gemüt und Seele überhaupt relevant? Welche alternativen Wege gäbe es?<br><br>Die Kraft zu wahrhaftigem Handeln kommt aus der authentischen Wahrnehmung der eigenen Lebensumstände und Gefühle. Mit dem Wort &#8222;Erkenntnisangst&#8220; wird psychologisch das Phänomen beschrieben, dass sich Menschen neuen Einsichten oder Gefühlswahrnehmungen aktiv verschließen. Lieber lebt man mit erheblichen kognitiven Dissonanzen sein gewohntes Leben weiter, statt ernsthafte Infragestellungen der eigenen Sichtweisen an sich heranzulassen. Dieser geistige Reflex ist darin begründet, dass ein neues Denken in der Regel auch ein neues Handeln zur Folge haben müsste. Und Veränderungen (vor allem, wenn sie einen selbst betreffen) mag fast niemand gerne.<br><br>Um solche Erkenntnisangst therapeutisch zu überwinden, muss das Denken vom Handeln zunächst völlig abgelöst werden. Ein echter Freidenker kann nur sein, wer nicht aus jeder Idee, die ihm durch den Kopf schießt, sofort Konsequenzen zieht. Der freie Geist muss einem neuen Gedanken Raum geben, sich zu entwickeln. Und er muss neu gewonnenen Einsichten Zeit geben, sich innerlich zu setzen. Um wirklich frei zu sein, sollten wir uns daher den Raum und die Zeit für unsere eigenen Gedanken und Gefühlswahrnehmungen immer wieder zugestehen.<br><br>Unsere negativen Gefühle auch bewusst wahrzunehmen, ist der wichtigste Schritt, um sie konstruktiv zu überwinden. Angst, Ohnmachtsgefühle, Resignation und Depression werden ihre lähmende Macht über uns verlieren, wenn wir sie <a href="https://zitronenmarmela.de/2017/08/13/loblied-auf-die-depression/">als natürliche und gesunde Reaktion auf die aktuellen Verhältnisse anerkennen</a>. Wir müssen dann nicht länger in Duldungsstarre ausharren oder uns ins Stockholmsyndrom flüchten. Der Man-Kann-Sowieso-Nichts-Ändern-Reflex wird dann der realistischeren Einsicht weichen, dass man vermutlich nicht die politischen Verhältnisse als solche, wohl aber seinen eigenen Umgang damit ändern kann.<br><br>Man kann zum Beispiel selbst entscheiden, wo man steht. Man kann entscheiden, ob man sich um eine eigenständige Wahrnehmung bemühen will oder ob man den etablierten Medien weiter blind vertrauen will. Und man kann mit freien Willen selbst entscheiden, ob man sich weiter den bestehenden Machtverhältnissen brav fügen möchte oder ob man seinen neuen Einsichten schließlich auch hier und da Taten folgen lassen will. Man kann dann seinen eigenen Wirkungskreis klar erkennen und zumindest in diesem die Dinge zum Besseren wenden. Mit frischem Mut wächst dann auch die Freude an der neu gewonnenen <a href="https://zitronenmarmela.de/2022/08/21/durch-widerstand-zur-inneren-freiheit/">inneren Freiheit</a>. Und mit der inneren Freiheit wächst wiederum der Mut noch weiter.<br><br>Ein Letztes: &#8222;Ich war immer schon dagegen&#8220;. Das ist ein Satz, den man häufig zu hören bekommt, wenn mal wieder eine jener autoritären Epochen zu Ende geht, zu der wir Deutschen anscheinend eine besondere Neigung haben. Ja, hinterher sind wir hierzulande alle &#8222;immer schon&#8220; Widerstandskämpfer oder Querdenker gewesen. Der ostdeutsche Volksmund fand für diese Mitbürger den lustigen Begriff des Wendehalses. Doch wäre es nicht auch möglich, dass hinter dem &#8222;ich war immer schon dagegen&#8220; mehr als eine Schutzbehauptung der Mitläufer und Mittäter steckt? Kann es nicht sein, dass solche Menschen sich ihrem eigenen Gefühl nach wirklich nicht gewendet haben, sondern sich jetzt nur an einen verschütteten Teil ihres Selbst erinnern? Und kann es nicht sein, dass dieser Teil ihrer Person, an den sie jetzt gerne anknüpfen würden, tatsächlich der tiefere und grundlegendere Teil ihres Seins ist? Womöglich ist doch in fast jedem Menschen ein unauslöschliches Restempfinden für Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit vorhanden. Dieser Sinn entspringt dem tiefen Bewusstsein unserer Seele, dem angeborenen Gewissen, der leisen Stimme in uns. An dieses tiefe Bewusstsein, an diese leise Stimme, mag man sich dann gerne erinnern, wenn der Spuk mal wieder vorbei ist. Aber diese leise Stimme hat dann eben vielleicht nur vergeblich zu uns selbst und nicht über unsere Zunge auch zu anderen gesprochen. Doch kann uns nicht schon die Erkenntnis Zuversicht geben, dass diese leise Stimme wohl in fast allen Menschen vorhanden ist? Können wir nicht mit all diesen leisen Stimmen in uns und um uns herum in Dialog treten? Könnten wir sie nicht ermuntern, lauter zu werden und sich auch über unsere Zungen Gehör zu verschaffen?<br><br>In diesem Sinne: Fröhliches Zungenreden und frohe Pfingsten!</p>
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		<title>Die Politiker unserer Kindheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin M. Mohrlieb]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Aug 2023 22:50:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Über Demenz, analoge Inhalte, zwangsgebührenfinanzierte Zeitreisen, alternative Klimarealitäten, "Wetten, dass?", Neger und begrüßenswerte Warnhinweise. Eine Glosse von Martin M. Mohrlieb.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Über Demenz, analoge Inhalte, zwangsgebührenfinanzierte Zeitreisen, alternative Klimarealitäten, &#8222;Wetten, dass?&#8220;, Neger und begrüßenswerte Warnhinweise. Eine Glosse.</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="650" src="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/08/Duerresommer-1024x650.jpg" alt="" class="wp-image-843" srcset="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/08/Duerresommer-1024x650.jpg 1024w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/08/Duerresommer-300x191.jpg 300w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/08/Duerresommer-768x488.jpg 768w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/08/Duerresommer.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dürresommer 2023 (Symbolbild) / Lizenz Pixabay Inhaltslizenz</figcaption></figure>



<p><em>Von Martin Marimbe Mohrlieb</em></p>



<p>Historische Lifestyle-Dokumentationen sind auf Netflix sehr bliebt: &#8222;Die Spielzeuge unserer Kindheit&#8220;, &#8222;Die Filme unserer Kindheit&#8220;, &#8222;Die Computerspiele unserer Kindheit&#8220; und so weiter. Wer durch Nostalgie getrieben einen Selbsttest unternimmt, weil er zum Beispiel auf dem Dachboden über eine alte Spielekonsole gestolpert ist, wird schnell feststellen, dass sich der Unterhaltungswert von &#8222;Pong&#8220; heute doch in sehr engen Grenzen hält. Die Erinnerung verklärt und vergoldet alles.<br><br>Die gleiche Wechseldusche der Gefühle durchlebt man als &#8222;Digital Native&#8220;, wenn man – ohne es zu wollen – das staatliche Fernsehprogramm ansehen muss. Wenn man zum Beispiel – wie wir neulich – die liebe, leicht demente Oma im Altenheim besucht.<br><br>Dass auch das TV-Programm mittlerweile digital übertragen wird, merkt man seinen Inhalten jedenfalls bis heute nicht an. Alles ist dort noch so, wie wir es aus analogen Zeiten kannten. Sogar die Politik: Einen Lambsdorff gibt es zum Beispiel im TV noch. (War der nicht damals schon so alt? Oder ist das dessen Sohn, der auch schon wieder so alt ist?). Auch Steinmeier, Roth, von der Leyen und Katrin Göring-Eckhard scheinen dort eine ewige Jugend zu durchleben. Sie werden dort auch immer noch wie aktuelle Politiker gehandelt. Und Friedrich Merz, der doch bereits vor Jahrzehnten alles hingeschmissen hat, ist dort auch immer noch präsent, als sei nichts geschehen. Aber Merz steht offenbar schon wieder kurz vor seinem Rückzug aus der Politik. Tiefgefrorene Zeit?! Bei Netflix würde das Programm wohl unter dem Titel &#8222;Die Politiker unserer Kindheit&#8220; laufen.<br><br>Das Parteienspektrum ist ebenfalls noch das Gleiche wie kurz nach der Wiedervereinigung. Die AfD kommt als Partei so gut wie nicht vor, sondern nur als Problem. Sie hat im TV quasi die Rolle übernommen, die der Umweltverschmutzung in den 80er Jahren zukam. Sendungen, die die AfD betreffen, laufen sämtlich nach dem Schema: Umweltverschmutzung – Was kann man dagegen tun? Heute fragen wir heute mal nur diejenigen Politiker, die sie zu verantworten haben. Betroffene kommen nicht zu Wort.<br><br>Doch für die monatlichen Zwangsgebühren, die nicht nur unsere TV-abhängige Oma, sondern auch wir, ihre TV-abstinenten Enkel, bezahlen müssen, wird mehr geboten als nur eine politische Zeitreise. Auch eine komplette, alternative Klima-Realität ist im Paketpreis enthalten.<br><br>In den 80ern sangen Alphaville noch unschuldig &#8222;<a rel="noreferrer noopener" href="https://youtu.be/a3ir9HC9vYg" target="_blank">The sun always shines on TV</a>&#8222;. Doch zumindest in diesem Bereich hat sich der Staatsfunk rasant weiterentwickelt. Statt fröhlichem &#8222;Ice in the Sunshine&#8220; gibt es im Stundentakt dystopische Statistiken zu vermeintlichen &#8222;Hitzetoten&#8220;, während der Regen draußen seit Wochen bei 17 °C an die Panoramascheibe prasselt.<br><br>Im Garten vor dem Altenheim hat sich übrigens ein neuer Teich selbst angelegt. Frösche sind in den letzten Wochen eingewandert, während im Staatsfunk die Hitze angeblich Flora und Fauna dahingerafft hat. Es war der &#8222;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/wdr-un-juli-wohl-heissester-monat-seit-aufzeichnungsbeginn-100.html" target="_blank">heißeste Juli seit hunderttausend Jahren</a>&#8222;. Drunter tut man’s nicht mehr.<br><br>Mitten im August, unter drei Wolldecken verpackt, schaut unsere Omi in ihrem Sessel einen ARD-Beitrag, wie man seine Haustiere vor der &#8222;Hitzewelle&#8220; schützen kann. Die TV-Produzenten hatten sich wohl mit den fertigen Skripten in den Sommerurlaub verabschiedet, ohne die reale Wetterentwicklung abzuwarten. Agenda ist Agenda. Drehplan ist Drehplan. Die Paniklücke nach der ersten Corona-Staffel muss eben geschlossen werden. Auf das Wetter kann dabei keine Rücksicht genommen werden.<br><br>Nebenbei: &#8222;Wetter&#8220; ist ohnehin eine rechtsextreme Verschwörungstheorie! Es gibt nur Klima! Vor allem, wenn es irgendwie weh tut oder nervt, dann ist es immer Klima, niemals Wetter! Wozu hat man schließlich das Framing-Manual?<br><br>Doch auch Senioren schauen ja manchmal aus dem Fenster, statt auf die Mattscheibe. Da könnte der kalte Dauerregen schnell zum &#8222;Wasser auf die Mühlen der rechten Klimaleugner&#8220; werden. Um also jede aufkommende Nachdenklichkeit im Keim zu ersticken, werden von Caren Miosga und Co. kurzerhand Erklärvideos nach folgendem Schema eingestreut: Neue Sumpfgebiete trotz Dürresommer? Warum das kein Widerspruch ist, erklären unsere Experten Lesch und Hirschhausen.<br><br>Und so geht das eingebildete Schwitzen unserer lieben Oma unter ihrer FFP2-Maske weiter. Die Maske muss jetzt ja wieder auf, denn auch von &#8222;Corona&#8220; ist gerade die neue Staffel im TV angelaufen. Unsre Omi trägt die Maske vor dem Fernseher, so wie einst auch Opi – Gott hab ihn selig – seinen BVB-Schal bei Spielen vor der Glotze trug. Sie fühlt sich dann einfach näher dran am Weltgeschehen und mit den &#8222;Menschen da draußen&#8220; stärker verbunden.<br><br>Das Programmheft verspricht jedenfalls für die nächsten Monate wieder beste Unterhaltung. Die Macher von &#8222;Omikron&#8220; und &#8222;Höllenhund&#8220; haben sich etwas Neues einfallen lassen. Die neue, sexy Variante heißt &#8222;Eris&#8220;. Sie ist benannt nach der griechischen Göttin der Zwietracht. Da wird es selbst für die gläubigsten Zeugen Coronas schwer, die absichtsvolle Boshaftigkeit der Pandemieplaner zu bestreiten. Da wird der Kampfgeist der Gläubigen wirklich herausgefordert. Wird &#8222;die Neue&#8220; unseren Titelhelden Lauterbach also endlich glücklich machen und die finale Spaltung der Gesellschaft herbeiführen, wie es ihr Name hoffen lässt?<br><br>Schalten wir doch lieber mal kurz um, ob irgendwo ein Krimi läuft&#8230; &#8222;Aktenzeichen XY&#8220; und &#8222;Tatort&#8220; gibt es immerhin noch. Das ist sehr beruhigend! Als Autos hätten diese Sendungen bereits vor 40 Jahren ein H-Kennzeichen beantragen können und wären seitdem als Oldtimer von der Kfz-Steuer befreit. Wenigstens diese deutschen &#8222;Kulturgüter&#8220; werden also noch von unserem Staat verteidigt. Vielleicht sind diese Sendungen aber auch durch die Ewigkeitsklausel des Grundgesetzes geschützt; müsste man mal googeln.<br><br>Jedenfalls werden in diesen Sendungen Ausländer noch vornehmlich von Deutschen abgestochen und nicht umgekehrt. So muss es früher vielleicht mal gewesen sein. Da gibt es sogar noch echte Skinheads, die man selbst in den Nullerjahren nur noch sehr selten im &#8222;real life&#8220; gesehen hat. Ja, Traditionen und Feindbilder müssen gepflegt werden, auch wenn sich die Zeiten ändern!<br><br>Und auch die Polizei bittet im Staatsfunk noch wie eh und je &#8222;die Bürger um ihre Mithilfe&#8220;. Und der brave Bürger vertraut im Fernsehen auch noch seiner Polizei, als hätte diese in den vergangenen Jahren niemals auf Corona-Demonstranten und Rentner eingeprügelt. Alles ist vergeben und vergessen, ohne ein einziges Wort der Aussprache! Richtig was fürs Herz! Mehr Kontinuität, Geborgenheit und Wohlgefühl kann Unterhaltungskriminalität heute kaum vermitteln!<br><br>Aber da Omi nicht mehr plant, das Heim unbegleitet zu verlassen, fühlt sie sich im besten Deutschland, das wir je hatten, ohnehin sehr sicher. Allenfalls ist sie empört über diese ganzen &#8222;Rechten und Reichsbürger&#8220;, die &#8222;die größte Gefahr darstellen&#8220;. Da sind sich im Fernsehen ALLE einig! Und auch die anderen Heimbewohner, die auch alle viel Fernsehen schauen, die sehen das genau so, sagt sie. Menschen, die das anders sehen, sind einfach nicht gut informiert. Die schauen nicht genug Fernsehen, sondern verbringen einfach zu viel Zeit in diesem &#8222;Internet&#8220;.<br><br>Ach übrigens, da war doch mal diese andere nette Oma in der NDR-Talkshow zu sehen, die irgendwen prügeln wollte… Geimpfte oder Rechte oder so. Die hat unserer Omi so richtig imponiert. Die hat ihr gezeigt: Man kann auch im Alter aktiv sein und richtig Spaß haben! Vielleicht kann unsere Oma ja selbst auch bei &#8222;Omas gegen rechts&#8220; oder so mitmachen; die trommeln und singen viel, und die schützen die &#8222;Brandmauer gegen rechts&#8220;. Das ist sooo wichtig, denn nur mit der Brandmauer bleibt Omis heile Fernsehwelt so, wie sie seit 70 Jahren kennt und liebt.<br><br>Als Oma uns dann aber erzählte, sie habe &#8222;Wetten, dass …?&#8220; mit Thomas Gottschalk als LIVE-SENDUNG(!) im Fernsehen gesehen und auch in diesem Jahr gäbe es wieder eine solche Live-Sendung, waren wir aber doch sehr besorgt um ihren Gesundheitszustand. Doch Omas Pflegepersonal bestätigte uns, dass es diese Sendung tatsächlich im letzten Jahr gegeben habe, und dass <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.zdf.de/show/wetten-dass" target="_blank">tatsächlich eine neue Wetten-Dass-Show im November &#8217;23 geplant sei</a>. Uneinig waren sich ihre Betreuer lediglich darüber, ob es bei der Reanimation dieses Formats um Nostalgie geht oder um den Versuch, die US-Erfolgsserie &#8222;The Walking Dead&#8220; mit bekannten Gesichtern für den deutschen Markt zu adaptieren.<br><br>Es gibt aber auch echten Fortschritt in der TV-Unterhaltung. Vor Harald Schmidt, Otto und manchen Tatort-Folgen kommt jetzt neuerdings ein Warnhinweis, dass es sich dabei um sehr, sehr alte Produktionen handelt. Das ist wichtig, damit unsere demente* Oma die sehr, sehr alten Wiederholungen von den lediglich sehr alten Wiederholungen unterscheiden kann. Sonst könnte sie glauben, dass die Zeit rund um ihr TV-Gerät komplett zum Stillstand gekommen sei. Sie könnte annehmen, seit 30 Jahren – so wie in &#8222;Täglich grüßt das Murmeltier&#8220; – immer und immer wieder den gleichen Tag zu erleben. Sie könnte dann zum Beispiel ihren erst 2015 aus Eritrea eingewanderten Pfleger, Abush, aus Versehen als <a rel="noreferrer noopener" href="https://odysee.com/@BehindTheMatrix:7/Auszug-aus-der-Harald-Schmidt-Show---Er-hat-Neger-gesagt-(22.08.2002):6" target="_blank">Neger</a> bezeichnen. Und das wollen wir ja nicht.<br><br>*) Manchmal glaube ich übrigens, dass Oma gar nicht richtig dement ist. Sie schaut einfach zu viel Fernsehen.</p>
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		<title>Opfertätern vergeben?</title>
		<link>https://zitronenmarmela.de/2023/01/20/opfertaetern-vergeben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simon Niederleig]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jan 2023 11:45:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Um die wahren Corona-Täter zu erkennen und zu benennen, müssen wir sie von den Opfertätern unterscheiden. Ob wir diesen Opfertätern vergeben können, sollen oder wollen, muss jeder am Ende selbst für sich entscheiden.]]></description>
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<p><strong>Um die wahren Corona-Täter zu erkennen und zu benennen, müssen wir sie von den Opfertätern unterscheiden. Ob wir diesen Opfertätern vergeben können, sollen oder wollen, muss jeder am Ende selbst für sich entscheiden.</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="730" src="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/01/Opfertaeter_pixabay-1024x730.png" alt="" class="wp-image-609" srcset="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/01/Opfertaeter_pixabay-1024x730.png 1024w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/01/Opfertaeter_pixabay-300x214.png 300w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/01/Opfertaeter_pixabay-768x548.png 768w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/01/Opfertaeter_pixabay.png 1088w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8222;Opfertäter&#8220; / Bildquelle: mohamed_hassan auf pixabay.com</figcaption></figure>



<p>Es darf nicht vergessen werden: Das Unrecht der Corona-Maßnahmen dauert bis heute an. Insbesondere Behinderte und andere Menschen in staatlich alimentierten „Einrichtungen“ werden weiterhin gezwungen, depersonalisierende Masken zu tragen. Teilweise wird dies immer noch mit einem vermeintlichen „Hausrecht“ begründet, gegen das sich diese schutzbedürftigen Menschen kaum selbst zur Wehr setzen können. Wie viele Bewohner solcher Heime weiterhin gegen ihren Willen zu potenziell tödlichen „Impfungen“ gezwungen oder genötigt werden, ist schwer abzuschätzen.<br><br>Von dieser traurigen Tatsache abgesehen, ist es höchste Zeit, mit der Aufarbeitung des Corona-Maßnahmen-Unrechts zu beginnen. Denn längst wird mit der Eskalation des Russland-Ukraine-Konflikts die nächste Sau durchs Dorf gerieben, die uns von persönlich erlittenem Unrecht ablenken und den politischen Widerstand an neuen Sollbruchkanten spalten soll.<br><br>Die gesellschaftlichen Traumata der totalitären Corona-Zeit können derzeit nicht mittels politischer Untersuchungsausschüsse oder gar mittels des Strafrechts bearbeitet werden. Die aktuellen politischen Kräfteverhältnisse und eine Richterschaft, die selbst zu Tätern geworden ist, geben dies (noch) nicht her.<br><br>Wir können aber mit einer Art Graswurzel-Aufarbeitung beginnen, zu der nicht nur Social-Media-Nutzer und kritische Blogger beitragen können, sondern die früher oder später zwangsläufig auch in unserem ganz persönlichen Umfeld stattfinden wird.<br><br>Es ist nachvollziehbar, dass nur wenige Menschen ein wirkliches Verlangen nach dieser Art der Aufarbeitung „nahe bei sich selbst“ verspüren. Viele Gräben zu Kollegen, Freunden, Nachbarn und Verwandten sind in den letzten zweieinhalb Jahren sehr tief geworden. Falls wir überhaupt noch miteinander reden, haben wir uns an viel zu viele Tabuzonen längst gewöhnt. Groß ist die Angst vor weiterem Schmerz auf allen Seiten. Doch das Gespinst der erlittenen und ausgeteilten Verletzungen hält uns alle in einer Art Stockholm-Syndrom gefangen, das den wahren Tätern den besten Schutz bietet. Wir müssen den stickigen Mief der Corona-Jahre jetzt mutig überwinden, ehe die nächsten politischen Fallen für die Normalbevölkerung aufgestellt sind. Die Graswurzel-Aufarbeitung muss jetzt beginnen, notfalls konfrontativ.<br><br>Um die wahren Täter zu erkennen und zu benennen, müssen wir sie von den Opfertätern unterscheiden. Ob wir diesen Opfertätern vergeben können, sollen oder wollen, muss jeder am Ende selbst für sich entscheiden.<br><br>Wer aber sind die Opfertäter? Gefühlt sind die Täter immer die anderen. Doch sollten wir uns gründlich prüfen, ob nicht wir selbst zu dieser Kategorie zählen. Bei Massenphänomenen wie Gaffer-Staus oder Hamsterkäufen sind es kleine Mikro-Entscheidungen, die sich zu teilweise fatalen Makro-Phänomenen aufschaukeln. Der Spieltheoretiker Christian Riek erklärt diese Phänomene sehr schön in einem <a href="https://youtu.be/plH4bbLXs90" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Video</a>.<br><br>Wie sahen also unsere kleinen Mikro-Entscheidungen während der Maßnahmen-Jahre aus, die uns eventuell selbst zu Opfertätern machte? Es waren zum Beispiel Masken, die wir getragen haben, Tests und Impfkampagnen, an denen wir teilgenommen haben. Mit diesen Symbolhandlungen stützten wir das Regierungsnarrativ und gaben anderen implizit die moralische Erlaubnis, ebenso zu handeln. Zu den Mikro-Entscheidungen gehörte auch das Akzeptieren von Kontaktverboten und Beschränkungen. Wie willkommen war es uns doch oftmals, den lästigen Familienpflichtbesuch zu Weihnachten oder Ostern endlich absagen zu können, weil man die alten Eltern „schützen“ wollte. Und wie bequem war es, die Oma im Altenheim nicht mehr besuchen zu müssen, sondern auf den „sicheren“ Videochat auszuweichen. Es war umgekehrt auch das vorauseilende Einfordern von „Schutz“ durch Großeltern, die sich die Enttäuschung ersparen wollten, gegen den eigenen Willen von Kindern und Enkeln „geschützt“, also nicht besucht zu werden. Manch einer mag seinen eigenen Kindern, seinen Enkeln oder sonstigen lieben Menschen auch zu einer äußerst fragwürdigen „Impfung“ geraten oder sie sogar dazu gedrängt haben. Oder wir haben im umgekehrten Fall, falls wir impfskeptisch waren, zu wenige der uns nahestehenden Menschen über die uns bekannten Folgen der Gen-Therapie aufgeklärt. Vielleicht sind wir während der Corona-Kernjahre auch passiv auf dem Sofa sitzen geblieben, statt uns den Montagsdemos anzuschließen, obwohl wir die „Maßnahmen“ tatsächlich ablehnten. Auch dies wird unsere Seele als eigene Schuld wahrnehmen.<br><br>Sicher haben wir alle für unser Verhalten gute oder zumindest mildernde Gründe: Wir glaubten zu einer Risikogruppe zu gehören. Wir wollten unsere Jobs nicht verlieren. Wir mussten unsere Familien ernähren. Unsere Kinder brauchten Schulbildung etc. Doch haben andere solche Gründe nicht etwa auch? Wir waren alle Opfer, aber eben auch fast alle Mitläufer und damit Mittäter. Wer also in dieser Hinsicht ganz ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein auf seinen immer noch Maske tragenden, fünffach geimpften Nachbarn.<br><br>Wenn wir unseren Anteil bei uns selbst erkennen können, werden wir fähig, unseren Mitmenschen vergleichbare Taten zu vergeben. Die wahren Corona-Täter wollen aber nicht, dass ihre Opfer sich untereinander ihre faulen Kompromisse, ihre Fehler, ihr Mitmachen und ihr Wegschauen verzeihen. Denn so könnten wir langsam das Dickicht der Schuldverstrickungen lichten, das diese schützt. Wir würden zunehmend diejenigen klar erkennen, die den Druck erst erzeugten, der uns straucheln ließ.<br><br>Die wahren Corona-Täter sind nicht nur unsere Ärzte, die aus Profitgier gewissenlos „impften“. Es sind auch die aktiven Hetzer gegen Ungeimpfte, die zahllosen kleinen Blockwarte, Denunzianten und politischen Sadisten (wie beispielsweise Söder), die sich an ihrer neuen Macht in zynischer Weise berauschten.<br><br>Zu den echten Corona-Tätern der besonderen Art gehören in Deutschland auch nicht wenige Beamte. Der „Befehlsnotstand“ kann bei Beamten nach zwei deutschen Diktaturen in hundert Jahren sicher nicht mehr als mildernder Umstand anerkannt werden. Jedenfalls nicht bei jenen Beamten, die ihrer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Remonstration#Remonstration_im_deutschen_Beamtenrecht" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Remonstrationspflicht</a> nicht nachgekommen sind. Das deutsche Beamten(un)wesen gehört nach diesem neuerlichen historischen Versagen jedenfalls komplett auf den Prüfstand. Dass die fetten Pfründe, mit denen der Steuerzahler unsere Beamten bisher alimentierte, diese gegenüber politischen Willkürmaßnahmen besonders immun gemacht hätte, wird wohl nach den letzten drei Jahren niemand mehr behaupten wollen; viel eher scheint das Gegenteil der Fall zu sein.<br><br>Zu den wahren Corona-Tätern vor Ort gehören sicher auch alle Pfarrer, Pastoren und Bischöfe, die sich an der Ausgrenzung Ungeimpfter beteiligt oder die Liturgie im Zuge der Maßnahmen zu einer gottlosen Maskerade entwürdigt haben. Auch diese können kaum mildernde Umstände geltend machen, denn qua Amt hätten sie es besser wissen müssen. In der erweiterten geschichtlichen Rückschau muss man bei den Amtskirchen unter totalitären Vorzeichen ohnehin schon von Wiederholungstätern reden.<br><br>Von Hannah Arendt stammt die Erkenntnis, dass die größten Anhänger von Kollektivschuldthesen immer diejenigen Protagonisten sind, die eine besonders große Individualschuld auf sich geladen haben. Falls sich die Individualschuld solcher Täter nicht irgendwie kollektivieren lässt, plädieren gerade diese auch gerne für ein „Lasst uns nach vorne schauen“ und bedingungsloses Verzeihen; selbstredend ohne vorheriges Schuldeingeständnis. An dieser Stelle kann man übrigens auch mal eine „Ethikratsvorsitzende“ wie Frau Buyx daran erinnern, dass man sich ohnehin nicht selbst entschuldigen kann, sondern allenfalls seine Opfer um Vergebung bitten kann.<br><br>Vieles wurde uns in den letzten Jahren politisch als „alternativlos“ verkauft. Eine Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen-Zeit auf allen Ebenen, also gesellschaftlich, juristisch, politisch ebenso wie zwischenmenschlich, ist aber tatsächlich unumgänglich, wenn unserer Gemeinwesen je wieder heilen soll. Denn <a href="" target="_blank" rel="noreferrer noopener">wenn dies möglich war, ist alles möglich</a>. Was in den letzten drei Jahren passiert ist, darf sich nie wiederholen.<br><br>Und abschließend an die wahren Täter gerichtet, die ihr zum großen Teil immer noch in euren Machtpositionen sitzt und jetzt gerne „nach vorn schauen“ würdet: Gerade ihr solltet es euch nicht wünschen, dass der Prozess der Aufarbeitung übersprungen wird. Denn ohne Aufarbeitung wird es auch für euch kein Vergeben, kein Vergessen und kein Verzeihen geben. Ein offener Dialog über das Unrecht der letzten Jahre ist auch in eurem Interesse. Nur so kann wieder Frieden werden.</p>
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		<title>Das steht auf einem anderen Blatt</title>
		<link>https://zitronenmarmela.de/2022/09/02/das-steht-auf-einem-anderen-blatt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Simon Niederleig]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Sep 2022 11:52:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir sind oft hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, politisch zu kämpfen und dem Verlangen, uns nur noch um unsere eigenen Angelegenheiten zu kümmern, uns also ins Private zurückzuziehen. Wir Menschen sind Individuen ebenso wie „Gesellschaftstiere“. Und keiner dieser beiden Aspekte menschlicher Existenz lässt sich dauerhaft ausblenden, ohne dass wir an unserer Seele Schaden nehmen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Wir sind oft hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, politisch zu kämpfen und dem Verlangen, uns nur noch um unsere eigenen Angelegenheiten zu kümmern, uns also ins Private zurückzuziehen. Wir Menschen sind Individuen ebenso wie „Gesellschaftstiere“. Und keiner dieser beiden Aspekte menschlicher Existenz lässt sich dauerhaft ausblenden, ohne dass wir an unserer Seele Schaden nehmen.</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="427" src="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2022/09/gartenparty.jpg" alt="Privates Glück oder Gesellschaftsstier?" class="wp-image-461" srcset="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2022/09/gartenparty.jpg 640w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2022/09/gartenparty-300x200.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption class="wp-element-caption">Privates Glück oder Gesellschaftsstier? / Credits: Alexas_Fotos auf pixabay.com / Lizenz: pixabay-Lizenz</figcaption></figure></div>


<p>Kürzlich hatte ich Gelegenheit, zwei sehr grundsätzliche, konträre Ansichten in Bezug auf die Gegenwart unmittelbar nacheinander zu hören.<br><br>Der erste Sprecher war der Ansicht, alles sei sehr viel schlimmer geworden, als er sich jemals habe vorstellen können: Zensur, die Ausgrenzung Ungeimpfter sowie der Wille zur wirtschaftlichen und kulturellen Selbstvernichtung in diesem Land. Ihm sei angst und bange um die Zukunft.<br>&#8211; Er sprach mir aus dem Herzen.<br><br>Der zweite Redner sagte, auch er hab Zukunftsängste, aber erfahrungsgemäß sei letztendlich immer alles nicht so schlimm gewesen, wie er anfangs gedacht habe. Irgendwie gehe es immer weiter. Geld und materieller Wohlstand seien nicht alles. Er habe persönlich schon schlimmere Zeiten erlebt.<br>&#8211; Auch diese Sichtweise sprach mich sehr an.<br><br>Die beiden sprachen nur für sich, über ihre persönliche Einschätzung der Zukunft, ohne erkennbare politische Motivation.<br>Man kann nun sagen, so sei das nun einmal mit dem wankelmütigen Volk, dass es wechselnden Rednern mit völlig konträren Meinungen gleichsam applaudiert. Doch verhält es sich hier nicht viel mehr so, dass zwei unterschiedliche Perspektiven in Bezug auf denselben Punkt im Raum und Zeit geäußert wurden. Die innere und die äußere Wahrheit sind einfach unterschiedliche An-sichten, also unterschiedliche Seiten, des gleichen Sachverhalts. Keine davon ist dabei unbedeutend. Und oft schwanken auch wir selbst zwischen dem Kampf im Äußeren und dem dauerhaften Rückzug in privates Glück oder zumindest doch private Zufriedenheit.<br><br>Auch in den unterdrückerischen Systemen der Geschichte und selbst in den grausamsten Zeiten war immer persönliches Glück und persönliche Sinnfindung möglich. Selbst in Ghettos wurde zuweilen gelacht, geliebt und geheiratet. Der in Deutschland leider viel zu unbekannte <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Frankl" target="_blank">Victor Frankl </a>entwickelte gar seine gesamte „Logotherapie“, zu Deutsch „Sinntherapie“, aus seinen verzweiflungsvollen Erfahrungen in vier verschiedenen Konzentrationslagern. Dass so etwas möglich ist, sollte uns sehr zuversichtlich stimmen.<br><br>Lassen wir uns also nicht von den politischen Umständen entmutigen. Glück, Sinn und Lebensfreude werden auch in Zukunft erfahrbar bleiben. Doch lassen wir uns ebenso wenig vom Streben nach lediglich privater Geborgenheit zum duldsamen, passiven Mitläufer einer zunehmend totalitärer agierenden Gesellschaft machen. Die immer noch existierende Möglichkeit zu privatem Glück, ist keine Entschuldigung, politische Repressionen und Grundrechtseinschränkungen sklavisch hinzunehmen. Wir dürfen uns nicht vorlügen, dass die Welt doch eigentlich in Ordnung sei, weil wir noch Fleisch auf dem Teller haben und die Sonne noch in unserem Garten scheint. Denn dann werden diese privaten Räume immer kleiner werden – und dies nicht nur für uns, sondern für alle Menschen in unserem Land, an denen uns etwas liegt.<br><br>Wolf Biermann brachte zu &#8222;DDR&#8220;-Zeiten die Erfahrung persönlichen Glücks unter bedrückendsten gesellschaftlichen Umstehenden sehr knapp und präzise zum Ausdruck. Sein Lied <a rel="noreferrer noopener" href="https://youtu.be/WY5S9cBfh3s" target="_blank">„Die habe ich satt“</a>, das heute wohl ganz klar als „Hassrede“ gebrandmarkt würde, endet auf die Zeilen:</p>



<p><em>Und was ich da an Glück auch fand<br>Das steht auf einem anderen Blatt<br>Ich hab es satt!</em></p>



<p>An diesem Punkt sind sehr viele von uns heute wieder angekommen.</p>
<p><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Fzitronenmarmela.de%2F2022%2F09%2F02%2Fdas-steht-auf-einem-anderen-blatt%2F&amp;linkname=Das%20steht%20auf%20einem%20anderen%20Blatt" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_x" href="https://www.addtoany.com/add_to/x?linkurl=https%3A%2F%2Fzitronenmarmela.de%2F2022%2F09%2F02%2Fdas-steht-auf-einem-anderen-blatt%2F&amp;linkname=Das%20steht%20auf%20einem%20anderen%20Blatt" title="X" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_whatsapp" href="https://www.addtoany.com/add_to/whatsapp?linkurl=https%3A%2F%2Fzitronenmarmela.de%2F2022%2F09%2F02%2Fdas-steht-auf-einem-anderen-blatt%2F&amp;linkname=Das%20steht%20auf%20einem%20anderen%20Blatt" title="WhatsApp" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_telegram" href="https://www.addtoany.com/add_to/telegram?linkurl=https%3A%2F%2Fzitronenmarmela.de%2F2022%2F09%2F02%2Fdas-steht-auf-einem-anderen-blatt%2F&amp;linkname=Das%20steht%20auf%20einem%20anderen%20Blatt" title="Telegram" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Fzitronenmarmela.de%2F2022%2F09%2F02%2Fdas-steht-auf-einem-anderen-blatt%2F&amp;linkname=Das%20steht%20auf%20einem%20anderen%20Blatt" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Fzitronenmarmela.de%2F2022%2F09%2F02%2Fdas-steht-auf-einem-anderen-blatt%2F&#038;title=Das%20steht%20auf%20einem%20anderen%20Blatt" data-a2a-url="https://zitronenmarmela.de/2022/09/02/das-steht-auf-einem-anderen-blatt/" data-a2a-title="Das steht auf einem anderen Blatt"></a></p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Durch Widerstand zur inneren Freiheit</title>
		<link>https://zitronenmarmela.de/2022/08/21/durch-widerstand-zur-inneren-freiheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simon Niederleig]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Aug 2022 20:02:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Gerade das bürgerlich-konservative Milieu ist vom etablierten Parteiensystem oftmals bis ins Mark enttäuscht. Im Grunde ist hier keine inhaltliche Überzeugungsarbeit mehr nötig. Was fehlt, ist der Mut aus den eigenen Erkenntnissen die Konsequenzen zu ziehen und hierdurch zwangsläufig mit seinem sozialen Umfeld in offenen Konflikt zu geraten. Um dem totalitären Zeitgeist zu widerstehen, ist die Besinnung auf die innere Freiheit daher wichtiger als alle Sachdebatten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Gerade das bürgerlich-konservative Milieu ist vom etablierten Parteiensystem oftmals bis ins Mark enttäuscht. Im Grunde ist hier keine inhaltliche Überzeugungsarbeit mehr nötig. Was fehlt, ist der Mut aus den eigenen Erkenntnissen die Konsequenzen zu ziehen und hierdurch zwangsläufig mit seinem sozialen Umfeld in offenen Konflikt zu geraten. Um dem totalitären Zeitgeist zu widerstehen, ist die Besinnung auf die innere Freiheit daher wichtiger als alle Sachdebatten.</strong></p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="378" src="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2022/08/rage-g861779c03_640.jpg" alt="" class="wp-image-411" srcset="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2022/08/rage-g861779c03_640.jpg 640w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2022/08/rage-g861779c03_640-300x177.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption>Geballte Faust / Credits: ToNic-Pics auf pixabay.com / Lizenz: https://pixabay.com/de/service/license/</figcaption></figure></div>


<p>Nicht wenigen ist heute bang um die persönliche Zukunft: Werden wir Energie- und Nahrungsmittelpreise noch bezahlen können? Wie kalt wird der Winter? Werden wir schon im Herbst wieder mit allerlei Masken-, Impf- und Abstandsgeboten gegeneinander aufgehetzt? Wird das Demonstrationsrecht weiter eingeschränkt? Wird das Militär zur Repression im Inland hinzugezogen? Werden wir diesmal friedliche Weihnachten und ein traditionelles Silvesterfest feiern können? Oder wird im Winter wieder die politische Spaltaxt an die Familien angesetzt werden? Wird mit der „Impf-App“ das Tor zur Hölle eines digitalen „Social-Credit-System“ geöffnet? Werden die Kirchen uns wieder von den Gottesdiensten ausschließen, sodass uns sogar ihr dürftiger spiritueller Trost in dieser Zeit versagt bleibt?<br><br>Keine der hier angeführten Ängste ist unbegründet. Doch mit der Not wächst immer auch das Rettende. Krisen sind Zeiten des Wachstums; wenn nicht des äußeren, so doch des inneren Wachstums. Viele Menschen, die schon länger gegen die totalitären Tendenzen in diesem Land ankämpfen, können berichten, wie sie der äußere Widerstand zu mehr innerer Stärke und innerer Freiheit geführt hat.<br><br>Im Freundeskreis, wie leider auch in den Familien, trennte sich die Spreu vom Weizen. Schönwetterfreunde sind eben keine echten Freunde. Und eine Familie, die ihre Nähe und Liebe an 2G- oder 3G-Bedingungen knüpft, vermittelt weniger Geborgenheit als eine Suppenküche in Bahnhofsnähe. Eine solche Familie ist – um es einmal klar zu sagen – wertlos. Sie ist eine bloße bürgerliche Fassade, bestenfalls eine sentimentale Gewohnheit. Wenn sie überhaupt noch substanziell zu retten ist, dann nur nach einem klärenden Streit.<br><br>Auch im erweiterten sozialen Umfeld erlebten wir bereits viele politisch induzierte Konflikte: mit Nachbarn, mit Kassierern, die übereifrig Masken-Atteste kontrollierten, mit Vorgesetzten, mit Lehrern und Schuldirektoren oder sogar mit der nackten „Staatsmacht“ als solcher, der Polizei. <br><br>Ob beim Schlittenfahren, beim Buch lesen auf einer Bank oder beim Kindergeburtstag zu Hause, der Staat machte jedem klar, dass auch der Rückzug ins Private zukünftig keinen Schutz mehr vor seiner Übergriffigkeit wird bieten können. Nur Unterwerfung und vorauseilender Gehorsam bis an den eigenen Küchentisch wird ihn zukünftig gnädig stimmen können.<br><br>Gerade für Menschen aus dem bürgerlich konservativen Spektrum der Gesellschaft sind dies sehr düstere Aussichten. Betrachtete man sich selbst doch bisher gerne in Bezug auf die Gesellschaft als tonangebend oder zumindest konstruktiv mitgestaltend. Und wenn nicht dies, so doch zumindest im Privaten als frei, selbstbestimmt und unabhängig. Doch damit ist es gründlich vorbei. Diese Illusionen wurden in den letzten Jahren nachhaltig zerstört. Doch diese Erkenntnis findet nur langsam den Weg vom Unterbewusstsein zum Bewusstsein.<br><br>Dieser Zwang zur ohnmächtigen Unterwerfung ist für viele bürgerliche Menschen, besonders im Westen unseres Landes, eine völlig ungewohnte und unerträgliche Erfahrung. Durch Betriebsamkeit und vorauseilenden Gehorsam versucht man schamhaft, diese vor sich selbst und anderen zu verstecken. Wer sich selbst vormachen kann, die Maske „freiwillig“ zu tragen und sich „freiwillig“ kalt zu duschen, erspart es sich, die erlebte Demütigung wirklich an sich heranzulassen. Das <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stockholm-Syndrom" target="_blank">Stockholm-Syndrom</a> bietet temporären psychischen Selbstschutz, doch nur um den bitteren Preis des Betrugs an der eigenen Seele. <a href="https://zitronenmarmela.de/2017/08/13/loblied-auf-die-depression/">Depressive Warnsignale</a> werden überspielt oder medikamentös beiseite geschoben.<br><br>Man wählt weiter Regierungsparteien oder etablierte Scheinopposition. Denn zumindest mit seinem erbärmlichen Kreuzchen alle vier Jahre will man noch zur „guten“ Gesellschaft gehören. Echte Opposition diskreditiert man eilfertig als „rechtspopulistisch“ oder „rechtsradikal“, um selbst bloß nicht aus dem Kreis der „Anständigen“ verstoßen zu werden. Man geht nicht zu Demonstrationen, um sich zu wehren, sondern man geht zum Anlageberater, um sich zu arrangieren.<br><br>Für die existenziellen Anliegen des einfachen Volkes, das schon länger unter Energiepreisen, Inflation und „Fachkräfte-Migration“ leidet, hat man nur Verachtung oder bestenfalls Gleichgültigkeit übrig. Wenn man schon den Status nicht halten kann, so pflegt man doch wenigstens noch den Dünkel. Man blickt in gewohnter Weise herab, obwohl einem selbst das Wasser schon längst bis zum Halse steht.<br><br>Doch zunehmend dämmert es auch den gesellschaftstragenden Bürgern, dass sie selbst hierzulande an den Rand gedrängt werden, politisch ebenso wie gesellschaftlich und wirtschaftlich. Sie müssen in dieser turbulenten Zeit ihr Rollenbild und Selbstverständnis neu definieren oder sich zwangsläufig – und völlig geschichtsvergessen – zum Wegbereiter und Mitläufer des nächsten deutschen Totalitarismus machen.<br><br>Doch gerade der persönliche wirtschaftliche Abstieg in Folge der desaströsen politischen Rahmensetzungen wirkt oftmals retardierend auf den notwendigen Wandel des persönlichen Selbstbildes. Statt gegen die immer dreisteren politischen Zumutungen aufzubegehren, passt man sich schicksalsergeben den neuen Umständen an: Auf eine materielle Einschränkung – euphemistisch meist „Optimierung“ genannt – folgt die nächste; bis hin zur kalten Dusche. Mit zusätzlichem Fleiß, Eifer und Einfallsreichtum wird versucht, die Lasten der seit Jahren fehlgesteuerten Finanz-, Energie- und Migrationspolitik irgendwie persönlich zu kompensieren.<br><br>Das <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.amazon.de/Karriereleiter-oder-Hamsterrad-b%C3%BCrgerliche-Wohlfahrtsstaat/dp/3732238725/" target="_blank">Hamsterrad, das vortäuscht eine Karriere-Leiter zu sein</a>, dreht sich immer schneller. Wo einstmals Aufstiegschancen motivieren sollten, reicht heute die nackte Furcht vor dem Jobverlust als Antrieb aus. Wirklich effektiv vorankommen tut dabei niemand mehr. Selbst Doppelverdiener-Ehepaare können ihren Lebensstandard, der in der Regel weit unter dem ihrer Eltern liegt, größtenteils kaum noch halten. Wir versuchen verzweifelt gegen einen politisch gewollten Kollaps anzuarbeiten, der unsere persönlichen Kräfte um ein Vielfaches übersteigt. Wir wären daher gut beraten, bewusst an die Seite zu treten, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.dushanwegner.com/nimm-dir-zeit-gregor/" target="_blank">uns Zeit zu nehmen</a> und uns zu besinnen.<br><br>Sehr viele Menschen heute, insbesondere jene, die man montags abends auf der Straße antrifft, haben auf diesem Weg der Loslösung vom Mainstream bereits eine gehörige Strecke zurückgelegt. Wer die oben aufgeführten Konflikte durchgestanden hat, hat dabei in der Regel an innerer Freiheit und innerer Stärke gewonnen.<br><br>Man hat feine Antennen ausgebildet, um zwischen dem zu unterscheiden, was die indoktrinierte Mehrheitsgesellschaft uns abverlangt und was unsere eigenen Ansichten und originären Bedürfnisse sind. Man lässt sich seine Gefühls- und Gedankenwelt nicht mehr wegzensieren. Konformismus und <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Normopathie" target="_blank">Normopathie</a> sind als Probleme der Gegenwart erkannt und benannt. <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.youtube.com/watch?v=axm9i0KvMsQ&amp;t=23s" target="_blank">Asch-</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://youtu.be/wt33XTrk42c?t=21" target="_blank">Milgram-</a> und <a rel="noreferrer noopener" href="https://youtu.be/Idw5yEiY_bM" target="_blank">Stanford-Prison-Experiment</a> gehören zum kleinen Einmaleins des widerständigen Bewusstseins.<br><br>Jedem Bürger mit gesundem Menschenverstand ist klar, dass auch unschöne Emotionen wie beispielsweise Hass, Neid und Wut zum natürlichen, vitalen Gefühlsspektrum des Menschen gehören. Ihre negativen Auswirkungen gesellschaftlich einzuhegen, ist Aufgabe der Kultur und des Rechts. Der Glaube aber, sie durch Zensur und sonstige staatliche Repression auf ewig bannen zu können, offenbart nichts anderes als ein gewaltiges Bildungsdefizit.<br><br>Aus dem neuen Rollenbild, das viele Bürger aus der Mitte der Gesellschaft derzeit für sich entwickeln, resultieren auch neue Handlungsoptionen. Der Bürger wartet beispielsweise nicht mehr auf Genehmigung, bevor er von seinem grundgesetzlich verbrieften <a href="https://zitronenmarmela.de/2021/08/07/demo-ohne-bahnsteigkarte/">Recht auf „friedliche Versammlung ohne Anmeldung“ Gebrauch macht</a>. Diverse Formen des zivilen Ungehorsams, von der GEZ-Verweigerung bis hin zum „<a rel="noreferrer noopener" href="https://journalistenwatch.com/2022/06/27/klammheimlicher-generalstreik-immer/" target="_blank">klammheimlichen Generalstreik</a>“, sind in bürgerlichen Kreisen längst kein Tabu mehr. <br><br>Und selbst Inhaftierungen, wie die von Georg Thiel, <a href="https://zitronenmarmela.de/2022/07/16/freiheit-fuer-michael-ballweg/">Michael Ballweg</a> und Oliver Janich, führen beim Zielpublikum schon lange nicht mehr zu den gewünschten Distanzierungen, sondern vielmehr zu Solidarisierungseffekten. Statt der beabsichtigten Angst macht sich beim Zielpublikum solcher Einschüchterungsaktionen eher sehr berechtigte Wut breit. Die Furcht vor Massenprotesten bereits im Herbst stehen Nancy Faeser und Konsorten daher ins Gesicht geschrieben – und das ist gut so.<br><br>Der unter massivem äußeren Druck gelebte Widerstand gegen die Zumutungen der Gegenwart formt den Diamanten der inneren Freiheit. Es stellt sich heute jedem Bürger die grundlegende Frage, wem er letztendlich Rechenschaft schuldet: dem übergriffigen Staat mit seinen Institutionen, Handlangern und Mitläufern? Oder sich selbst, <a rel="noreferrer noopener" href="https://seidwalkwordpresscom.wordpress.com/2022/07/31/uber-das-gewissen/" target="_blank">seinem Gewissen</a>, seiner Seele? Die persönliche, richtige Antwort auf diese Fragen ist ein enormer Quell an innerer Freiheit, Gewissheit und Stärke.<br><br>Ein Letztes muss noch angefügt werden. Ein guter Freund, der den Freiheitskampf &#8217;89 in der „DDR“ bereits durchlebt hat, brachte das Thema auf: Wir müssen bereit werden, persönliche Opfer zu bringen. Ohne persönliche Opfer wird es nicht gehen. Die Freiheit ist noch niemals auf dem Sofa verteidigt worden. Und niemand wird sie stellvertretend für uns in fernen Ländern, also weder am Hindukusch noch am Dnjepr, verteidigen. Solche Vorstellungen sind seichte Surrogate, mit denen der Freiheitsdrang der großen Massen billig abgespeist werden soll.<br><br>Unsere Freiheit wird nicht verteidigt, indem wir uns wegducken, einschränken, impfen lassen und kalt duschen. Sie wird nur vereidigt, indem wir lernen aufzustehen und uns gegen die Zumutungen dieser Zeit hier und heute zu wehren. Sie wird verteidigt, indem wir zunehmend wahrhaftig aus unserer inneren Wahrheit und Freiheit leben, statt vermeintliche Forderungen der Gesellschaft zu erfüllen. Fehler, Schmerzen und Unvollkommenheiten gehören dazu. Wir sollten sie uns selbst und anderen stets zugestehen, solange wir uns weiter in Richtung Freiheit bewegen.<br><br>Der Zuwachs an innerer Freiheit und persönlicher Stärke ist aber ein unmittelbarer Lohn und Gewinn, den wir aus jedwedem widerständigen Handeln beziehen. Und diese innere Freiheit und Stärke wird uns bleiben – egal wie günstig oder ungünstig die äußeren Umstände sich auch entwickeln mögen. Das ist die gute Nachricht.</p>
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		<title>Loblied auf die Depression</title>
		<link>https://zitronenmarmela.de/2017/08/13/loblied-auf-die-depression/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simon Niederleig]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Aug 2017 07:19:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[AfD]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Gauland]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Psyche]]></category>
		<category><![CDATA[Schröder]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
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					<description><![CDATA[Über die Depression als persönliches Warnsystem.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Über die Depression als persönliches Warnsystem.</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="655" src="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2022/06/alone-g285de58eb_1280-1024x655.jpg" alt="Depression" class="wp-image-223" srcset="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2022/06/alone-g285de58eb_1280-1024x655.jpg 1024w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2022/06/alone-g285de58eb_1280-300x192.jpg 300w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2022/06/alone-g285de58eb_1280-768x491.jpg 768w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2022/06/alone-g285de58eb_1280.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Depression, Quelle: pxabay.com</figcaption></figure>



<p>Wahrscheinlich soll man das nicht und wahrscheinlich „darf“ man das auch gar nicht: Krankheit und Politisches miteinander vermischen. Es ist „unsachlich“ und „unprofessionell“. Dennoch soll es in diesem Text gewagt werden. Vier Jahre in gruppentherapeutischer Behandlung waren für mich nötig, um meine eigene Depression zu überwinden. Damals erreichte die Arbeitslosenzahl unter Gerhard Schröder die Rekordmarke von 5 Millionen Arbeitslosen. Die gesellschaftliche Stimmung schien sich im Großen und Ganzen damit abzufinden. Es gab lahme Debatten darüber, ob es nicht Arbeitsplätze schaffen würde, wenn man auch nach 18 Uhr noch eine Tüte Milch kaufen könnte. In meinem studierten Fach sahen die Arbeitsmarktchancen damals besonders düster aus. Ich habe die politischen Debatten seinerzeit als wahnsinnig empfunden und hatte den Glauben an eine Veränderung unserer Gesellschaft weitgehend aufgegeben. Ich zog mich lange Jahre in mein Bett zurück, mit Horror-Literatur, am liebsten Stephen King. Um es gleich klar zu sagen: Natürlich war das politische Klima damals nicht ursächlich „schuld“ an meiner Depression. Das sehe ich heute umso klarer, als ich die heutige politische Situation um ein Vielfaches verheerender empfinde, ich darauf aber alles andere als depressiv reagiere. Doch dazu gleich mehr.</p>



<p>Der Satz, den wohl jeder Depressive am häufigsten denkt oder sagt, ist: „Ich kann nicht.“ Was konkret alles nicht gekonnt wird, ist individuell etwas unterschiedlich. Ich fand in jener Zeit in der Bahnhofbuchhandlung ein Selbsthilfe-Buch, das im ersten Kapitel vorschlug eine vollständige Liste aller Dinge zu machen, die man &#8222;nicht kann&#8220;. Diese sollte man sich anschließend mit möglichst lauter Stimme mehrfach selbst vorlesen. Im zweiten Kapitel wurde dann vorgeschlagen, in genau dieser Liste lediglich das Wort „kann“, durch das Wort „will“ zu ersetzen. Aus „ich kann nicht“ wird also „ich will nicht“. Diese umgeschriebene Liste sollte man sich sodann zunächst leise, dann laut, selbst vorlesen und dabei auf die eigenen Emotionen achten; gar nicht so einfach unter dem Eindruck einer akuten Depression. Im dritten Kapitel, dem letzten von dem ich hier berichten will, sollte der Leser seine Liste ein weiteres mal umschreiben. Aus dem bloßen „ich will nicht“ sollte ein „ich will nicht und ich muss auch nicht“ werden. Ich habe leider dieses wertvolle Büchlein &#8211; ich war damals knapp bei Kasse &#8211; nicht gekauft und auch seinen Titel vergessen. Allerdings hatte es auch so einen sehr heilsamen Effekt. Es zeigte mir einen Weg zur inneren Freiheit, die damals für mich letztlich auf einem Nein, also auf einer Verweigerung basierte. Man darf doch nicht einfach Nein sagen. Man kann doch nicht einfach sagen, ich will dies oder das nicht; schon gar nicht, wenn man selbst keinen besseren Vorschlag hat. So dachte ich damals und so denken wohl viele Depressive. Die tolle Erkenntnis war: Doch, das darf „man“! Und ich darf das auch &#8211; in allen meinen Angelegenheiten!</p>



<p>Die Bedeutung dieser Episode für die aktuelle politische Situation wird hier schnell offensichtlich. Gerade am Beispiel der „Refugees-Welcome-Politik“ kann man sehr schön sehen, wie jede Verweigerung unter maximaler, politisch-medialer Ächtung steht: Man „muss“ doch helfen. Man „muss“ doch Menschen aus „Seenot“ retten. Ihr seid bloß „immer dagegen“, aber ihr habt selbst „keine Lösungen“! So und so ähnlich hört man es täglich. Diesen moralisierenden Anwürfen begegnen die meisten Politiker, indem sie Sachargumente entgegenhalten: Die Aufnahmekapazitäten sind erschöpft, die finanziellen Belastungen zu hoch, wir haben Lösungen, schaut mal in unser Wahlprogramm und so weiter und so fort. Alles richtig, aber: Eine solche Argumentation akzeptiert grundsätzlich den „moralischen“ Anspruch der Gegenseite. Es ist nicht anderes als ein depressives „wir können nicht“. Ganz anders reagierte Alexander Gauland, der Merkels berühmter Durchhalteparole den Satz entgegenhielt: „Wir können und WIR WOLLEN DAS GAR NICHT schaffen!“. Er vollzog damit genau diesen gedanklichen Schritt vom nicht können zum nicht wollen. Der Satz hatte eine immens befreiende Wirkung in der politischen Diskussion. Gauland wirkte hier gewissermaßen als ein echtes politisches Antidepressivum! Es ist die innere Freiheit eines jeden Menschen, selbst zu bestimmen, was er will und was nicht. Kurz gesagt: Ich muss gar nichts wollen! Und noch nebenbei bemerkt: Wenn einem jemand absoluten Unsinn abverlangt, dann ist bloßes „dagegen sein“ schon mindestens 95% der Lösung! Da braucht man nicht wirklich eine eigene Agenda. Ein Nein genügt:</p>



<p>Merkels Flüchtlingspolitik?<br>Will ich nicht!<br>Und: „Will ich nicht“ ist als Begründung der Ablehnung völlig ausreichend!</p>



<p>Warum ist nun aber dieser Artikel mit „Loblied auf die Depression“ überschrieben? Weil die Depression ein erster Schritt ist. Sie ist der erste Schritt raus aus dem „weiter so“ und „wir schaffen das“. Sie ist das Ende des „Funktionierens“ für eine Aufgabe, deren Sinn und Zweck man nicht wirklich erkennen kann. Sie ist die erste verdruckste Äußerung von „ich kann nicht“, wo man „ich will nicht“ oder „ich mag nicht mehr“ meint. Die Psyche verweigert rein intuitiv einer falschen Sache den Dienst. Deshalb ist die Depression auch gesellschaftlich ein so wichtiges Alarmzeichen. Und genau deshalb wird sie auch in jedem totalitären Systemen tabuisiert oder gar kriminalisiert. In Deutschland gibt es nach wie vor eine gesellschaftliche Ächtung dieses Seelenzustandes. Und selbst geringfügige Depressionssymptome werden hierzulande schnell medikamentös behandelt. Das Bild der gesunden, funktionierenden und glücklichen Menschen muss gewahrt werden. Wie heilsam wäre es aber für unsere Gesellschaft, wenn alle Depressiven mal nur für ein paar Tage ihre Tabletten absetzten und ihr Leid so gut es geht öffentlich machen würden! Es gibt heute, wie zu jeder Zeit, sehr gute persönliche wie gesellschaftliche Gründe dauerhaft niedergeschlagen zu sein. Wenn man sich die 11-Minuten-Applaus-Orgie für unsere Kanzlerin anschaut oder das 100% Ergebnis für Strahlemann Schulz oder die schönfärbenden und weichzeichnenden Artikel in den Leitmedien, dann fehlt doch in der politischen Öffentlichkeit ganz offensichtlich das gesamte negative Gefühlsspektrum. Hoffnungslosigkeit, Ohnmacht, Sorge, Angst, Skepsis, Zweifel, Trauer und auch Wut gehören aber zu jeder Zeit untrennbar zum Menschsein dazu. Diese Gefühle werden derzeit in unseren Medien einzig und allein auf die „traumatisierten Flüchtlinge“ projiziert. Dem braven Merkel-Deutschen dagegen scheint jeder Anflug negativer Emotionen wesensfremd zu sein. Nicht einmal die terroristische Ermordung seiner Landsleute vermag seine dauerhaft gute Laune zu trüben. Wenn aber derartige Gefühle dauerhaft tabuisiert werden, wenn ein Zwang zum Wohlverhalten („no hate speech“), zum Optimismus („wir schaffen das“) oder gar ein Zwang zur Zuneigung („Welcome“) besteht, dann führt das mit der Zeit unweigerlich in die psychische Totalblockade, in die Depression. Und zwar weil sich positive Gefühle nun mal nicht verordnen lassen und unsere Psyche einen solchen Betrug auf Dauer merkt. Man kann also eine Depression getrost als Zeichen verstehen, dass unsere Seele sehr gut weiß, was gut für uns ist und uns Einhalt gebietet. Sie weiß es weit besser, als es unser Verstand (einschließlich der Moral) je begreifen könnte. Von daher fällt es mir heutzutage oftmals sehr schwer, Depressive als „krank“ zu bezeichnen. Im Anbetracht der Umstände scheint mir eine Depression dagegen vielmehr eine oftmals durchaus gesunde(!) Reaktion auf die Verhältnisse zu sein. Im diesem Sinne: Mehr Depressive braucht das Land! Mehr Mut zur Depression!<br><br><em>&#8212;<br>Erstveröffentlicht am 18.08.2017 auf fischundfleisch.com:<br><a href="https://www.fischundfleisch.com/simon-niederleig/loblied-auf-die-depression-38018">https://www.fischundfleisch.com/simon-niederleig/loblied-auf-die-depression-38018</a></em></p>
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