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	<title>Politische Korrektheit &#8211; zitronenmarmela.de</title>
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	<title>Politische Korrektheit &#8211; zitronenmarmela.de</title>
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		<title>Fall Krah: Die Basis muss es richten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Simon Niederleig]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 May 2024 21:50:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[AfD]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn Krah mit seinen Äußerungen einen taktischen Fehler gemacht haben sollte  – was man durchaus so sehen kann – dann hat die Reaktion des Bundesvorstands diesen Fehler verschlimmert, anstatt ihn zu heilen. Die Parteibasis muss sich jetzt zu Wort melden und die AfD wieder auf Kurs bringen, wie sie es schon so oft getan hat. ]]></description>
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<p><strong>Wenn Krah mit seinen Äußerungen einen taktischen Fehler gemacht haben sollte – was man durchaus so sehen kann – dann hat die Reaktion des Bundesvorstands diesen Fehler verschlimmert, anstatt ihn zu heilen. Die Parteibasis muss sich jetzt zu Wort melden und die AfD wieder auf Kurs bringen, wie sie es schon so oft getan hat.</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="840" src="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2024/05/Fall_Krah-1024x840.jpg" alt="" class="wp-image-1032" srcset="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2024/05/Fall_Krah-1024x840.jpg 1024w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2024/05/Fall_Krah-300x246.jpg 300w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2024/05/Fall_Krah-768x630.jpg 768w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2024/05/Fall_Krah.jpg 1272w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Es wird wieder ernst: Quo vadis, AfD? / Bearbeitetes Bildmaterial von Wikimedia Commons. Fotografen: Marcus Popillius (Krah), Sandro Halank  (Weidel und Höcke). Lizenz jeweils: CC BY-SA 4.0  (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/)</figcaption></figure>



<p>&#8222;Mut zur Wahrheit&#8220;, so lautete der Wahlspruch der AfD in ihrem ersten Bundestagswahlkampf. Und tatsächlich hat die AfD in ihrer kurzen Geschichte viele heiße Eisen angepackt: 2015, auf dem Höhepunkt der &#8222;Willkommenseuphorie&#8220;, prangerte sie den Missbrauch des Asylgesetzes an und machte sich für Grenzschutz stark. Das brachte ihr den absurden Vorwurf ein, sie fordere den &#8222;Schießbefehl&#8220;. Bereits im Grundsatzprogramm 2016 setzte die AfD sich für den Weiterbetrieb der bestehenden Atomkraftwerke ein. Das war im &#8222;von der Energiewende begeisterten Deutschland&#8220; von damals eine ebenfalls absolut unpopuläre Forderung. Im gleichen Programm formulierte die AfD damals, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre, was ebenfalls einen massiven medialen Aufschrei verursachte. Der Nachsatz, dass integrierte Muslime sehr wohl zu Deutschland gehören können, wurde natürlich bei der Skandalisierung unterschlagen. Die AfD hat für diese und andere Positionen offensiv geworben, statt vermeintlichen Mehrheitsmeinungen hinterherzulaufen. Die Zeit hat ihr recht gegeben. AfD-Positionen, die ehemals als absolut randständig galten, sind in der deutschen Bevölkerung heute mehrheitsfähig. Scheinoppositionelle Parteien wie CDU/CSU und Freie Wähler kopieren mittlerweile diese AfD-Inhalte eins zu eins in ihre Wahlprogramme. So wollen Altparteien der AfD vor Wahlen das Wasser abgraben, um sich dann nach der Wahl mit links-grünen &#8222;Projekten&#8220; zu überbieten.<br><br>Durch ein paar sinnentstellend zitierte Passagen des AfD-Spitzenkandidaten Maximilian Krah wurde jetzt kurzzeitig die deutsche NS-Vergangenheit ins Zentrum der Debatte gerückt. Wer sich <a href="https://x.com/SNiederleig/status/1793756229451583834">Krahs Sätze im Zusammenhang</a> anschaut, wird nichts Verwerfliches daran finden können. Doch reflexhaft wird dieses Thema auch aus der AfD als &#8222;unwichtig&#8220; und &#8222;Ablenkung von wichtigeren Themen&#8220; gebrandmarkt. Der Bundesvorstand der AfD hat sich eilfertig distanziert und Krah ein &#8222;Auftrittsverbot&#8220; erteilt. Vom &#8222;Mut zur Wahrheit&#8220; ist da nichts mehr zu spüren. Offensiv verteidigt werden Krahs sachlich richtigen Äußerungen schon gar nicht. Schlimmer kann man einem Spitzenkandidaten nicht in den Rücken fallen. Der Schaden für die Partei ist immens.<br><br>Wenn Krah im Wahlkampf auf die deutsche NS-Vergangenheit zu sprechen kommt, dann ist das absolut KEIN Nebenthema. Es ist das zentrale Thema, mit dem die AfD immer wieder in die &#8222;braune&#8220; Ecke gestellt wird. Die Deutungshoheit über diesen Themenbereich kann die AfD aber nicht gewinnen, indem sie kuscht. Beim Wähler kommen durch solches Zurückweichen zwei unterschwellige Botschaften an: Zum einen wird es als implizites Schuldeingeständnis aufgefasst, zum anderen entsteht der Eindruck, die AfD traue es ihren potenziellen Wählern nicht zu, sich im Zuge einer differenzierten Debatte ein qualifiziertes Urteil zu bilden.<br><br>Wenn der AfD-Vorstand in dieser Art kuscht und sich schamlos der &#8222;Cancel Culture&#8220; bedient, sobald ihm dies machtpolitisch irgendwie vorteilhaft erscheint, dann wird er selbst Teil des deutschen Problems. Denn die politisch-korrekte Tabuisierung inhaltlich richtiger Postionen zugunsten politischer Tagesgewinne hat unser Land an den Abgrund gebracht, an dem es heute steht.<br><br>In Ostdeutschland haben einige führende AfD-Politiker die fatale Wirkung solcher Anbiederungsversuche an den Mainstream bereits tiefer verinnerlicht. Besonders standfest in dieser Frage ist wohl fraglos Björn Höcke. Er erklärte bereits sehr früh in mehreren Reden, dass die Wiederherstellung der Meinungsfreiheit für ihn nicht ein Thema unter vielen ist, sondern DAS Thema, an dem sich das Schicksal unseres Landes entscheiden wird. Die politische Korrektheit ist das letzte verbliebene Machtinstrument der Altparteien im Diskurs. Wer dieser falschen Korrektheit seinen Kotau macht, der behindert aktiv positive Veränderungen in unserem Land.<br><br>Wenn Krah mit seinen Äußerungen einen taktischen Fehler gemacht haben sollte – was man durchaus so sehen kann – dann hat die Reaktion des Bundesvorstands diesen Fehler verschlimmert, anstatt ihn zu heilen.<br><br>Nach der Europawahl, auf dem Bundesparteitag in Essen, ist der richtige Zeitpunkt, um die Fehler, die in diesem Wahlkampf vom Bundesvorstand gemacht wurden, aufzuarbeiten und Konsequenzen daraus zu ziehen. Die Parteibasis muss sich jetzt zu Wort melden und die AfD wieder auf Kurs bringen, wie sie es schon so oft getan hat (siehe Lucke, Petry, Meuthen). Nach einer kurzen Delle in der Zustimmung ging es nach der Befreiung von politisch-korrekter Selbstfesselung immer wieder bergauf. Umgekehrt wird ein fortgesetzter Angstkurs aber niemals zum Erfolg führen. Denn der Bürger will eine Partei, die selbst Mut hat und damit den Menschen im Lande Mut macht. Und der Bürger will auf gar keinen Fall eine Partei, die das Spiel des Establishments mitspielt und &#8222;Cancel Culture&#8220; durch eigene Nutzung legitimiert.<br><br>Die Mitglieder der AfD sollten sich aber durch die jetzigen Vorkommnisse nicht wieder in Lager aufspalten lassen. Auch für den Bundesvorstand kann es keine Kollektivschuld geben. Man muss sich ruhig aussprechen und sachlich schauen, wer welchen Einfluss auf diese Fehlentscheidung genommen hat (Wo war Brandner? Wo Gauland? Wo Chrupalla?). Notfalls müssen wieder &#8222;Köpfe rollen&#8220; – auch ganz an der Spitze. Für die wichtigen Wahlen im Osten muss jedenfalls sichergestellt werden, dass sich ein solcher Dolchstoß, wie gegen Krah, nicht wiederholen kann.<br><br>Die Wähler und Wahlkämpfer der AfD werden bei dieser EU-Wahl jedenfalls auf eine harte Probe gestellt. Glücklicherweise hat sich schon ein hartgesottener Kern von Stammwählern herausgebildet, den auch solche Stromschnellen nicht mehr schrecken. Mit elf Jahren ist die AfD historisch betrachtet immer noch eine sehr junge Partei. Was hier im Fall Krah passiert ist, gehört sicher immer noch zu den Geburtswehen einer Partei, die ihren eigenen Weg noch finden muss. Eine &#8222;Professionalisierung&#8220;, im Sinne einer Nachahmung anderer Berufspolitikervereinigungen, wäre jedenfalls ein tödlicher Irrweg.<br><br>Dass alle Fehler der AfD heute besonders schmerzlich sind, liegt sicher daran, dass unsere Nation derzeit fast schon auf dem Sterbebett liegt; da spürt man jeden Behandlungsfehler doppelt. Und es bleibt der AfD auch nicht mehr viel Zeit, das Schlimmste für unser Volk und Land abzuwehren. Dass die AfD die Kraft hätte, doch noch etwas für Deutschland zu retten, erkennt man an dem Furor, mit dem sie von den Etablierten bekämpft wird. Würde die Wahl der AfD tatsächlich nichts ändern, hätte man nicht solche Angst vor ihr. Es besteht also immer noch Grund zur Hoffnung. Das von Merkel geschaffene Altparteienkartell spielt allerdings auf Zeit. Diese Zeit darf der Wähler diesem Kartell nicht gewähren. Der Druck aufs politische Establishment muss stetig erhöht werden. Die AfD muss ihre Wähler jetzt um Nachsicht und Vertrauen bitten – trotz allem, was passiert ist, und auch trotz allem, was notwendigerweise noch passieren muss.<br><br>&#8212;<br><br>Auch veröffentlicht auf compact-online.de: <a href="https://www.compact-online.de/fall-krah-die-basis-muss-es-richten/">https://www.compact-online.de/fall-krah-die-basis-muss-es-richten/</a></p>
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		<title>Wer will Volk sein?</title>
		<link>https://zitronenmarmela.de/2024/04/08/wer-will-volk-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simon Niederleig]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Apr 2024 11:01:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Korrektheit]]></category>
		<category><![CDATA[Volk]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstand]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer in unterschiedlichen sozialen Kreisen verkehrt, wird feststellen, dass man sich in jedem dieser Kreise fragt, warum "niemand" (gemeint sind immer die anderen!) gegen den politischen Wahnsinn auf die Straße geht. Solange wir nicht wissen, was der andere wirklich denkt, kann man uns spalten und gegeneinander ausspielen. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Wer in unterschiedlichen sozialen Kreisen verkehrt, wird feststellen, dass man sich in jedem dieser Kreise fragt, warum &#8222;niemand&#8220; (gemeint sind immer die anderen!) gegen den politischen Wahnsinn auf die Straße geht. Solange wir nicht wissen, was der andere wirklich denkt, kann man uns spalten und gegeneinander ausspielen.</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="713" height="404" src="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2024/04/Einigkeit_Recht_Freiheit.png" alt="" class="wp-image-1022" srcset="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2024/04/Einigkeit_Recht_Freiheit.png 713w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2024/04/Einigkeit_Recht_Freiheit-300x170.png 300w" sizes="(max-width: 713px) 100vw, 713px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bildrechte: Autor</figcaption></figure></div>


<p>&#8222;Recht und Freiheit&#8220; werden auch in &#8222;höheren Kreisen&#8220; zumindest als Lippenbekenntnisse gerne zitiert. Mit &#8222;Einigkeit&#8220; wissen jedoch nur noch wenige Deutsche etwas anzufangen. Der Volksbegriff wurde uns gründlich ausgetrieben. Staatliche Stellen wie das Bundesamt für Verfassungsschutz stellen den ethnisch-kulturellen Volksbegriff, der dem Grundgesetz in Wahrheit selbst zugrunde liegt, unter den Verdacht der &#8222;Verfassungsfeindlichkeit&#8220;. Menschen wie Martin Sellner, die eben diesen grundgesetzlichen Volksbegriff verteidigen, werden dagegen als Rechtsextremisten verleumdet. Begriffe wie <a href="https://zitronenmarmela.de/2019/01/14/keine-volksgemeinschaft-was-dann/">&#8222;Volksgemeinschaft&#8220;</a> oder &#8222;Volksempfinden&#8220; sollen im Giftschrank &#8222;kontaminierter Begriffe&#8220; ewig weggesperrt bleiben.<br><br>Besonders bei uns im Westen hat die jahrzehntelange Wohlstandsverwahrlosung einen erheblichen sozialen Dünkel herangezüchtet, der zu verfestigten Milieus geführt hat, in denen sehr homogene Meinungs- und Verhaltensmuster existieren. Bricht man diese etablierten Muster, wird man aus seinem gewohnten Umfeld verstoßen und verliert schnell sein gesamtes soziales Umfeld. Wer die politischen Entwicklungen unserer Tage kritisch sieht, schluckt deshalb seinen Ärger oftmals herunter, arrangiert sich mit seinen kognitiven Dissonanzen oder versucht moderat &#8222;innerhalb seiner Kreise&#8220; zu wirken – also ohne gegen den etablierten Dünkel wirklich zu verstoßen.<br><br>Wer aber in unterschiedlichen sozialen Kreisen verkehrt, wird feststellen, dass man sich in jedem dieser Kreise fragt, warum &#8222;niemand&#8220; (gemeint sind immer die anderen!) gegen den Regierungswahnsinn auf die Straße geht. Und wenn man dann darauf hinweist, man selbst sei jeden Montag auf der Straße und jeder sei dort willkommen, wird man die unterschiedlichsten Ausflüchte hören: Man müsse als Journalist &#8222;neutral bleiben&#8220;, als Manager fürchtet man Boykotte seiner Firma, als Arbeitnehmer fürchtet man von eben dem Arbeitgeber entlassen zu werden, der die Boykotte seiner Firma fürchtet, usw.<br><br>Die Schweigespirale beruht auf eben diesem Prinzip: Teile und herrsche. Nur solange wir nicht wissen, was der andere wirklich denkt, kann man uns spalten und gegeneinander ausspielen. Das Einzige, was dem geschürten Misstrauen, aber wirklich entgegengesetzt werden kann, ist der persönliche Kontakt: das Gespräch von Mensch zu Mensch! Kein soziales Netzwerk, kein YouTube-Video, keine Zoom-Konferenz kann dies wirklich ersetzen. Wir dürfen uns nicht zu fein sein, wieder &#8222;Volk&#8220; zu sein und gemeinsam(!) auf die Straße zu gehen: Der Intellektuelle muss mit dem Fließbandarbeiter in Kontakt kommen, der Lehrer mit dem Ingenieur, der Alteingesessene mit dem integrierten Migranten, der regierungskritische Kirchenmann mit dem regierungskritischen Homosexuellen, die Krankenschwester mit dem Künstler, usw.<br><br>Es liegt viel Freude, Erkenntnis und echtes, gegenseitiges Verständnis in solchen persönlichen Begegnungen. &#8222;Die Straße&#8220;, also die regierungskritischen Demonstrationen und Aktionen, sind der beste Einstiegspunkt, um die etablierten sozialen Viehgatter zu überwinden. Wenn man sich etwas umhorcht, sind in jeder Region zahlreiche kleine Aktionsbündnisse, Demonstrationen und Initiativen zu finden, die von Zeit zu Zeit zu größeren Protestströmen zusammenfließen. Dort kann der unzensierte, hierarchiefreie Austausch über soziale Grenzen hinweg stattfinden, den wir oftmals alle erst selbst wieder erlernen müssen.<br><br>Deutschland wird nicht im Internet, nicht von Parteifunktionären und nicht von Klubmitgliedern in Hinterzimmer gerettet werden können. Wir müssen unsere Biotope und Wohlfühlzonen verlassen und aufeinander zugehen. Nichts hasst das aktuelle Regime mehr, als wenn wir genau dies tun.<br><br>Wir alle, die wir unser Land nicht vor die Hunde gehen lassen wollen, haben mehr gemeinsam als wir denken; egal woher wir kommen. Wir können uns sozialen Dünkel nicht mehr leisten. Wir müssen aufeinander zugehen und zusammenhalten.<br><br>&#8222;Wir sind das Volk&#8220;- und wir müssen es wieder aus vollem Herzen sein wollen, wenn wir unser Land nicht tatenlos in die wirtschaftliche Zerstörung, kulturelle Auflösung und schlimmstenfalls in den nächsten Weltkrieg treiben lassen wollen.</p>
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		<title>Pro Abstammungsprinzip</title>
		<link>https://zitronenmarmela.de/2023/02/13/pro-abstammungsprinzip/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simon Niederleig]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Feb 2023 15:12:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Massenmigration stellt Deutschland vor gravierende Herausforderungen. Eine schnelle Lösung für das Problem scheint darin zu bestehen, aus Fremden – unter denkbar geringen Auflagen – einfach formal Deutsche zu machen. Dieses Denken ist heute weiter verbreitet als man annehmen möchte. Doch wissen wir wirklich, was wir damit aufgeben?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Die Massenmigration stellt Deutschland vor gravierende Herausforderungen. Eine schnelle Lösung für das Problem scheint darin zu bestehen, aus Fremden – unter denkbar geringen Auflagen – einfach formal Deutsche zu machen. Dieses Denken ist heute weiter verbreitet als man annehmen möchte. Doch wissen wir wirklich, was wir damit aufgeben?</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="682" src="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/02/apfel-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-701" srcset="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/02/apfel-1024x682.jpg 1024w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/02/apfel-300x200.jpg 300w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/02/apfel-768x512.jpg 768w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/02/apfel.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, sagt der Volksmund / Pixabay Lizenz </figcaption></figure>



<p>Anlass zu diesem Artikel gibt ein Vortragsabend in einer nahegelegenen Ortschaft. Dort referierte Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD) über seine Russland-Reise und die damit verbundenen politischen Implikationen, inklusive einer handfesten Kritik an der NATO sowie an der amerikanischen Außenpolitik.<br><br>Im Frageteil der Veranstaltung ging es dann auch um das Thema Migration und Einbürgerungen. Dazu fielen sinngemäß folgende Sätze von Dr. Tillschneider: &#8222;Ein Akif Pirinçci ist für mich eher ein deutscher Patriot als die meisten Linken.&#8220; Allgemeine Zustimmung und Applaus. Und weiter: &#8222;Deutsch zu sein, ist eine Idee, zu der man sich bekennen kann. Deutscher kann werden, wer sich integriert, fleißig ist, arbeitet, unsere Werte akzeptiert und für sie einsteht&#8220;. Ebenfalls lauter Applaus.<br><br>Diese weiche Position zur Einbürgerungsproblematik überrascht dann doch bei jemanden, der in der ohnehin als &#8222;rechts&#8220; geframten AfD dem eher noch rechteren Spektrum des aufgelösten Flügels zugerechnet wird. Tillschneider ist eher nicht der Charaktertypus, der Kreide frisst, um beim Verfassungsschutz ein Sternchen ins Benimm-Heftchen geklebt zu bekommen. Und daher muss man diese Aussagen für bare Münze nehmen. Wenn aber das Abstammungsprinzip (ius sanguinis) selbst im rechten Flügel der konservativen AfD derart an Rückhalt verliert, dann ist es an der Zeit, die Frage aufzuwerfen, was wir dort eigentlich leichtfertig aufgeben.<br><br>Ist Deutschsein wirklich nur eine &#8222;Idee&#8220;? Ist diese Auffassung nicht vielmehr Ausdruck postmoderner Dekonstruktion der Begriffe, wie sie heute zum Beispiel auch in der &#8222;Gender-Debatte&#8220; zu grandiosen geistigen Verirrungen führt? War nicht noch vor gut einem Jahrzehnt die Zugehörigkeit zum deutschen Volk zuvorderst an die Abstammung von eben diesem Volk gebunden? Wurde die Volkszugehörigkeit bis dahin nicht nur in wohldefinierten Ausnahmefällen auf Eingewanderte und Eingeheiratete erweitert? Können wir einfach alle Begriffe aufweichen und neu definieren, wie es uns in den politischen Kram passt? Oder müssen für neue Phänomene nicht auch neue Begriffe und neue Formen des politischen Umgangs gefunden werden?<br><br>Wissen wir wirklich, ob der Charakter unseres Volkes allein von kulturellen Ideen und Werten bestimmt ist und nicht auch – Sprachpolizei aufgepasst! – von genetischen, also ererbten Voraussetzungen? Als idealistisch und romantisch veranlagtes Volk, das wir nun mal sind, hätten wir es sicher gerne so, dass wir allein durch unsere positiven Ideale definiert sind. Doch wenn Selbstbild und Realität nicht übereinstimmen, gerät man nicht nur mit der Außenwelt schnell in Konflikt, sondern verwickelt sich auch in lähmende innere Widersprüche.<br><br>Nach der Überbetonung von &#8222;Blut&#8220; und Abstammung im Nationalsozialismus war die reflexhafte Tabuisierung jeglicher Forschung in Bezug auf die Erblichkeit von Charakter und Mentalität durchaus verständlich. Deshalb haben wir keine wirkliche wissenschaftliche Grundlage, um zu behaupten, dass die charakteristischen Eigenarten unseres Volkes lediglich kulturell tradiert wurden. Wir können nicht ausschließen, dass das Wesen unseres Volkes &#8222;ethnokulturell&#8220; bedingt ist, also in Teilen auch von der Ethnie, der &#8222;Abstammungsgruppe&#8220;, bestimmt ist, also genetisch ererbt wurde. Auch wenn uns das nicht gefallen mag, kann dies eine wissenschaftliche Realität sein, mit der wir uns bewusst auseinandersetzen müssten. Dies hat im öffentlichen Diskurs jedoch bisher kaum stattgefunden.<br><br>Nun gibt es natürlich Menschen, die mit dem Charakter unseres Volkes grundsätzlich nichts anzufangen wissen, die ihn am liebsten zerstören, abschaffen und auflösen wollen. Diejenigen, die unser Vaterland und die Liebe zum selben &#8222;stets zum Kotzen&#8220; fanden, brauchen an dieser Stelle deshalb natürlich gar nicht weiterzulesen. Die brauchen auch keine weiteren Fragen stellen, die können hier aussteigen. Alle anderen müssten allerdings einräumen, dass wir eben keine wissenschaftliche Grundlage haben, um zu behaupten, Deutscher zu sein, sei lediglich eine Idee. Deutschsein sei gewissermaßen ein Vertrag, den jeder unterschreiben könne, der im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte und lauteren Herzens ist.<br><br>Die seriöse Forschung zum Thema der Erblichkeit von Charaktereigenschaften und Intelligenz ist noch relativ jung. Noch jünger ist die Berichterstattung zu diesen Themen. Nach dem Jahrtausendwechsel öffnete sich sogar im staatlichen Fernsehen ein Fenster der Berichterstattung zu dieser Forschung. Im Zuge der Massenmigration seit 2015 wurde dieses Fenster eilends wieder geschlossen.<br><br>In einem in diesem Zeitraum gesendeten Bericht auf Arte wurde ein Lehrer interviewt, der zehn Kinder adoptiert hatte. Er adoptierte die Kinder in dem Glauben, dass &#8222;höchstens zehn Prozent aller geistigen und mentalen Fähigkeiten erblich bedingt sind, 90 Prozent sind erlernbar&#8220;*. Zum Zeitpunkt des Interviews, da seine Kinder nunmehr erwachsen waren, sagte der zehnfache Vater dann: &#8222;Glauben sie mir, ich liebe alle meine Kinder, so wie sie sind. Aber heute würde ich sagen: Es ist genau umgekehrt. Zehn Prozent aller Fähigkeiten sind erlernbar, der Rest ist erblich bedingt&#8220;.<br><br>Die Vorstellung in einer Welt zu leben, in der aus jedem Menschen alles werden kann, wenn ihm nur die Mittel und Möglichkeiten dazu gegeben werden, ist natürlich weit verbreitet. Der Film &#8222;<a rel="noreferrer noopener" href="https://youtu.be/cg90iWf8n_E" target="_blank">Die Glücksritter</a>&#8222;, mit Dan Aykroyd und Eddie Murphy, brachte dies 1983 in unterhaltsamer Form zum Ausdruck – man kann auch sagen, er propagierte diese Vorstellung. Im Wechselspiel von Sein und Bewusstsein hat in diesem Film das Sein (brav der marxistischen Lehre folgend) immer das erste und letzte Wort. Die gesellschaftlichen Umstände stecken hier den Rahmen ab, in dem das Bewusstsein überhaupt erst agieren kann. Dieses Denken ist für die eigene Psyche natürlich sehr behaglich. Denn für die eigenen Beschränkungen (die jeder Mensch hat) kann man bequem die &#8222;gesellschaftlichen Umstände&#8220; verantwortlich machen. Und so ist uns diese Art zu denken sehr lieb geworden. Und was uns lieb ist, das stellen wir nur ungern infrage. Doch der gesamtgesellschaftliche Preis für unsere individuelle Bequemlichkeit könnte in Deutschland bald sehr hoch sein.<br><br>Die Realität zu ignorieren, wird über kurz oder lang immer zur Lüge und zur Erzwingung des Schweigens führen, also zur Zensur. In der sogenannten Gender-Debatte, aber auch in der nicht stattfindenden kritischen Klimadebatte, kann man dies heute bereits wieder erleben.<br><br>Es gibt übrigens kaum eine amerikanischere Denkweise, als anzunehmen, Deutsch zu sein, sei eine &#8222;Idee, zu der man sich bekennen könne&#8220;. Das entspricht nämlich sehr genau der Selbstauffassung der US-Gesellschaft, die aus historischen Gründen eine traditionelle Einwanderungsgesellschaft ist. Diese Vorstellung mag dort richtig und sogar segensreich sein. Sie macht auch mit das Einmalige dieses großen Landes aus, einschließlich der mit einer multikulturellen Einwanderungsgesellschaft verbundenen besonderen Probleme. Ob wir aber ausgerechnet dieses Modell auf unser Land übertragen wollen, das eine völlig andere Geschichte und Tradition aufzuweisen hat, sollten wir zumindest sehr sorgsam prüfen.<br><br>Es überrascht doch sehr, dass eine derartig amerikanische Vorstellung vom &#8222;Deutschsein als Idee&#8220; bereits bei einem AfD-Politiker vorzufinden ist, der uns ansonsten davor warnt, dass Deutschland zum Vasallenstaat der USA verkommen sei. Viel nötiger als ein &#8222;Friedensvertrag&#8220; mit den USA abzuschließen, scheint es daher zu sein, zunächst eine geistige Souveränität zu entwickeln, die uns vom unterschwelligen amerikanischen Kulturimperialismus entkoppelt. Von zentraler Bedeutung ist dabei auch die Vorstellung darüber, wie wir als deutsches Volk die Zugehörigkeit zu &#8222;uns&#8220; rechtlich definieren wollen.<br><br>Wir sollten uns dabei nicht einreden lassen, derartige Überlegungen hätten grundsätzlich etwas mit Chauvinismus, übersteigertem Nationalismus oder Hass gegen Ausländer zu tun. Weder vor 2015 noch danach musste man hierzulande ein Deutscher sein, um in unserer Gesellschaft voll anerkannt und respektiert zu werden. Das sieht man nicht nur an der Begeisterung für ausländische Fußballspieler und Rockstars, sondern das kann auch jeder tagtäglich im Büro, auf der Baustelle oder am Fließband erleben. Dort ist der ausländische Kollege in der Regel einfach der Kollege. Dessen Herkunft ist allenfalls ein Grund für kulturelles Interesse, aber nicht Anlass für Abwertung oder gar Verachtung.<br><br>Unser Land war und ist auch immer offen gewesen, Menschen in unser Volk aufzunehmen und zu integrieren. Und dies geschah richtigerweise, ohne dem Hinzukommenden eine Assimilation abzuverlangen. Denn erzwungene Assimilation ist ein Verbrechen, wie der türkische Präsident Erdogan einmal richtigerweise sagte. Und doch wäre es insgesamt ein sehr mutloses Verständnis von Toleranz, wenn man glaubt, mit dem Fremden nur dadurch fair umgehen zu können, dass man ihn um jeden Preis zu einem Deutschen machen müsste.<br><br>In diesem Beitrag &#8222;Pro Abstammungsprinzip&#8220; soll es aber ausdrücklich nicht darum gehen, Menschen auszuschließen, die sich unserem Land zugehörig fühlen. Denn es stimmt auch, was Dr. Tillschneider abschließend in der eingangs erwähnten Veranstaltung sagte: Sehr viele Deutsche mit Migrationshintergrund teilen unsere Werte und Vorstellungen und sind patriotischer gesinnt, als die Menschen, von denen wir derzeit regiert werden.<br><br>Wir sollten bloß vorsichtig sein, was wir in der Einbürgerungsfrage aufgeben, ehe wir nicht genau wissen, was wir da aufgeben. Wir sollten immer prüfen, ob politische Weichenstellungen mit den existierenden wissenschaftlichen und faktischen Realitäten kompatibel sind. Zum Thema Erblichkeit von Charakter und Mentalität sind diese Realitäten in unserem Land aber bis heute wenig erforscht und noch weniger diskutiert.<br><br>Die Massenmigration, wie sie seit 2015 aktiv betrieben wird, kann man mit sehr viel Berechtigung als <a rel="noreferrer noopener" href="https://youtu.be/pDmfRLcsHrA" target="_blank">Mittel der Kriegsführung</a> gegen unser Land betrachten; auch wenn sie dem Anschein nach von unseren eigenen Politikern betrieben wird. Sie erfüllt auch die erweiterte Definition eines Völkermordes, der nicht immer blutig ausgeführt werden muss, sondern auch durch gezielte Massenansiedlungen von Fremden durchgeführt werden kann, um die ethnokulturelle Kontinuität eines Volkes aufzulösen; so wie dies beispielsweise auch die Chinesen in Tibet betreiben. In dieser Situation sollten wir daher sehr vorsichtig sein, welche rechtlichen Einfallstore wir leichtfertig öffnen, die wir so leicht nicht mehr werden schließen können. Über das, was Deutschsein ausmacht und wie wir es definieren müssen, damit es unserer Kultur, Tradition und Abstammung entspricht, sollten wohlmeinende Patrioten jedenfalls sehr gründlich nachdenken.<br><br><em>*) Es muss hier mehrfach aus der Erinnerung zitiert werden, denn wie in George Orwells &#8222;1984&#8220; verschwinden interessante, kritische Beiträge des staatlichen Rundfunks wie von Geisterhand aus den Online-Archiven, wenn sie nicht mehr zur aktuellen politischen Doktrin passen.</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Keine Volksgemeinschaft. Was dann?</title>
		<link>https://zitronenmarmela.de/2019/01/14/keine-volksgemeinschaft-was-dann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simon Niederleig]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Jan 2019 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[AfD]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Korrektheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Die politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte. Zur wiederkehrenden reflexhaften Aufregung über einzelne Worte gibt es nur eine Alternative: die offene Debatte.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Die politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte. Zur wiederkehrenden reflexhaften Aufregung über einzelne Worte gibt es nur eine Alternative: die offene Debatte.</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="614" src="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2022/06/germany-gb68801b59_1280-1024x614.jpg" alt="Deutschlandflagge" class="wp-image-226" srcset="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2022/06/germany-gb68801b59_1280-1024x614.jpg 1024w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2022/06/germany-gb68801b59_1280-300x180.jpg 300w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2022/06/germany-gb68801b59_1280-768x461.jpg 768w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2022/06/germany-gb68801b59_1280.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Deutschlandflagge, Quelle: pixabay.com</figcaption></figure>



<p>Hilfe, er hat „Volksgemeinschaft“ gesagt! Das ist ein „Kennwort des Nationalsozialismus“, ein „kontaminierter Begriff“. Der Begriff der Volksgemeinschaft aber führt ins Zentrum der politischen Auseinandersetzung. Nur Weniges ist den inneren Gegnern unseres Landes gefährlicher, als wenn sich unser Volk seiner „Gemeinschaft“ erinnert. Das Deutsche Volk soll sich hassen und muss sich selbst bekämpfen! So wie es die „Antifa“ vorlebt. Es soll gespalten sein und bleiben: In Arm und Reich, in Ossis und Wessis, in Junge und Alte, in Männlein und Weiblein. Und wenn das nicht reicht, wird es noch in 40 weitere Geschlechter ziseliert. Teile und herrsche! Eine Gemeinschaft des Deutschen Volkes? Von wegen! „Deutschland verrecke!“, „Deutschland, du mieses Stück Scheiße!“ oder schlicht „We love Volkstod“ – das ist derzeit Staatsdoktrin in unserem Land.</p>



<p>Wenn wir uns aber das Gemeinschaftsgefühl als Volk verbieten lassen – und eine Tabuisierung des Begriffs will genau dies erreichen – was soll unser Volk dann sein? Ein bloßer Gen-Pool-Cluster? Eine bürokratische Verwaltungseinheit? Eine Summe fleißiger Arbeitsbienen und noch fleißigerer Konsumenten? Die bloße Summe der „schon länger hier Lebenden“?</p>



<p>Der Vorhalt, dass der Begriff Volksgemeinschaft „kontaminiert“ sei, impliziert doch schon, dass es mal ein „unkontaminiertes“ Verständnis desselben gegeben haben muss. Er geht wohl auf den englischen Philosophen John Locke (1632 -1705) zurück, der ihn als Gegenbild zur konfliktbeladenen und sozial gespaltenen Gesellschaft verwandt hat. Der Begriff beschreibt ursprünglich ein Ideal, das für sich genommen nicht verwerflich oder gefährlich ist, solange man es nicht zum exklusiven Ziel einer politischen Utopie erhebt. Ist es verboten an diese Bedeutung des Begriffs anzuknüpfen? Weder der aktuell gesellschaftlich propagierte Hyperindividualismus noch der totalitäre Kollektivismus sind in Reinform zielführend für eine humane Gesellschaft. Denn der Mensch ist beides zugleich, Individuum und Gemeinschaftswesen, und strebt in beiden Sphären nach Erfüllung. Tendenziell mangelt es uns heute aber eher an Gemeinschaftssinn. Denn Begriffe wie Volk, Staat und Gesellschaft fallen uns doch gemeinhin immer nur dann ein, wenn wir Ansprüche gegen diese geltend machen wie Rente, Sozialleistungen, Gesundheitsversorgung oder eine intakte Infrastruktur. Eine Verbundenheit aber, gar einen emotional begründeten Gemeinschaftssinn, haben wir völlig verlernt. Er muss wiedergefunden werden, wenn unsere Gesellschaft nicht zerfallen soll.</p>



<p>Gegen den Begriff „Volksgemeinschaft“ wird, neben seiner objektiv vorhandenen geschichtlichen Belastung, dann auch noch eingewendet, dass er „ausgrenzend“ sei. – Nein, das ist er vom Grundsatz her nicht! Er ist ab-grenzend. Er meint das Eine und eben nicht das Andere. Er meint diejenigen, die dieser Gemeinschaft zugehörig sind, und nicht die anderen. Er ist im Wortsinne „diskriminierend“ , also unterscheidend. Unsereins gehört ja auch nicht zur Gemeinschaft des französischen oder türkischen Volkes. Eine Unterscheidung bedeutet per se keine Wertung oder Herabwürdigung von anderen. Eine Unterscheidung zu treffen, ist auch nicht gleichbedeutend mit „Undurchlässigkeit“ oder „Abschottung“, dass also nicht auch andere Menschen zu dieser Volksgemeinschaft hinzukommen und sich integrieren könnten.</p>



<p>Doch es geht hier auch gar nicht darum, diesen Begriff zu „rehabilitieren“. Begriffe können Stigmatisierungen, anders als die meisten Menschen, sehr gut verkraften. Wichtig ist es vielmehr, den auch in der AfD immer noch wirksamen politisch korrekten Aufregungsreflexen entgegen zu wirken, die sich an einzelnen Worten hochziehen, um eine Diskussion über den damit verbundenen Gehalt zu unterdrücken. Die politisch korrekten Reflexe vergiften seit Jahrzehnten jede öffentliche Debatte und gehören deshalb „auf den Müllhaufen der Geschichte“, wie Alice Weidel einmal richtig sagte. Und wir haben schon einiges auf diesem Weg erreicht: Eva Herman wurde 2007 medial geschlachtet, weil sie ein Umdenken im Feminismus forderte und dazu eine Neubewertung des Begriffs der Mutterschaft forderte. Sie hat sich letztendlich durchgesetzt. Der Umbruch im Feminismus ist längst da. Auch Begriffe wie „Heimat“ und „Volk“ waren lange Zeit im Giftschrank politischer Begriffe. Doch mittlerweile versuchen sogar die Grünen verzweifelt, diese Begriffe für sich zurechtzubiegen und nutzbar zu machen. Und die Vokabel „Umvolkung“ wurde noch vor wenigen Monaten selbst von der AfD-Führung geächtet, die jedoch heute selbst von einem „Bevölkerungsaustausch“ spricht. Oft scheint es so, dass derjenige, der die Dinge und Zusammenhänge in Deutschland früher erkennt und benennt, den Nazistempel aufgedrückt bekommt. Ein bis zwei Jahre später sagt es dann jeder und hat es auch „immer schon gesagt“.</p>



<p>Haben wir also keine Angst vor offenen Worten und freien Gedanken! Beteiligen wir uns nicht an der Unterdrückung von Debatten, indem wir uns an bestimmten Worten festbeißen und uns an medialen Hetzjagden auf Einzelne beteiligen. Hannah Arendt hat in einem Interview einmal gesagt: „Es gibt keine gefährlichen Gedanken – nur Nichtdenken ist gefährlich“. Halten wir uns daran.</p>



<p><em>&#8212;<br>Erstveröffentlicht am 13.01.2019 auf glueckesunterpfand.de:<br><a href="https://www.glueckesunterpfand.de/2019/01/13/keine-volksgemeinschaft-was-dann/">https://www.glueckesunterpfand.de/2019/01/13/keine-volksgemeinschaft-was-dann/</a></em></p>
<p><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Fzitronenmarmela.de%2F2019%2F01%2F14%2Fkeine-volksgemeinschaft-was-dann%2F&amp;linkname=Keine%20Volksgemeinschaft.%20Was%20dann%3F" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_x" href="https://www.addtoany.com/add_to/x?linkurl=https%3A%2F%2Fzitronenmarmela.de%2F2019%2F01%2F14%2Fkeine-volksgemeinschaft-was-dann%2F&amp;linkname=Keine%20Volksgemeinschaft.%20Was%20dann%3F" title="X" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_whatsapp" href="https://www.addtoany.com/add_to/whatsapp?linkurl=https%3A%2F%2Fzitronenmarmela.de%2F2019%2F01%2F14%2Fkeine-volksgemeinschaft-was-dann%2F&amp;linkname=Keine%20Volksgemeinschaft.%20Was%20dann%3F" title="WhatsApp" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_telegram" href="https://www.addtoany.com/add_to/telegram?linkurl=https%3A%2F%2Fzitronenmarmela.de%2F2019%2F01%2F14%2Fkeine-volksgemeinschaft-was-dann%2F&amp;linkname=Keine%20Volksgemeinschaft.%20Was%20dann%3F" title="Telegram" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Fzitronenmarmela.de%2F2019%2F01%2F14%2Fkeine-volksgemeinschaft-was-dann%2F&amp;linkname=Keine%20Volksgemeinschaft.%20Was%20dann%3F" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Fzitronenmarmela.de%2F2019%2F01%2F14%2Fkeine-volksgemeinschaft-was-dann%2F&#038;title=Keine%20Volksgemeinschaft.%20Was%20dann%3F" data-a2a-url="https://zitronenmarmela.de/2019/01/14/keine-volksgemeinschaft-was-dann/" data-a2a-title="Keine Volksgemeinschaft. Was dann?"></a></p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zur Distanzeritis in der AfD</title>
		<link>https://zitronenmarmela.de/2019/01/10/zur-distanzeritis-in-der-afd/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simon Niederleig]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Jan 2019 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[AfD]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Korrektheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Ansichten eines Parteimitglieds.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Ansichten eines Parteimitglieds.</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="706" src="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2022/06/hands-gadd54ba69_1280-1024x706.jpg" alt="Ausgrenzung" class="wp-image-224" srcset="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2022/06/hands-gadd54ba69_1280-1024x706.jpg 1024w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2022/06/hands-gadd54ba69_1280-300x207.jpg 300w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2022/06/hands-gadd54ba69_1280-768x529.jpg 768w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2022/06/hands-gadd54ba69_1280.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ausgrenzung, Quelle: pixabay.com</figcaption></figure>



<p>Geht mit anderen so um, wie ihr wollt, dass mit euch umgegangen wird. Dieser moralische Grundsatz ist eigentlich sehr leicht einsehbar. Fast jeder in der AfD hat schon mit der Nazikeule persönliche Erfahrungen gesammelt: Bewusste Missinterpretationen des Gesagten, böswillige Unterstellungen, Strohmann-Argumente, diverse Spielarten der sozialen Ächtung, Ausgrenzung, Verleumdung und so weiter. Wir alle lehnen diese üblen Methoden entschieden ab – wenn sie von außerhalb der Partei kommen.</p>



<p>Umso mehr verletzt es, wenn genau diese Methoden von Parteifreunden gegeneinander eingesetzt werden, meist mit dem durchschaubaren Ziel, Mitglieder politisch zu vernichten, um sich innerparteilicher Konkurrenz zu entledigen. Dass dieses Vorgehen meist auch mit allgemeiner sozialer Vernichtung des Kontrahenten einhergeht, scheint zumindest billigend in Kauf genommen zu werden. Denn wie steht wohl jemand da, der als „selbst für die AfD zu rechts“ gebrandmarkt wurde? Da verhält sich also so mancher in der AfD&nbsp;kein bisschen besser als der von uns kritisierte links-grüne Mainstream.</p>



<p>Neu ist dieses Phänomen in unserer Partei allerdings nicht: Wir haben schon unter Lucke und unter Petry jeweils eine solche Entfesselung des politisch korrekten Furors erlebt. Beide Male wurde er, unter erheblichem Kräfteverschleiß, durch den Einspruch der Basis gestoppt. Womit auch schon gesagt ist, dass diese „Säuberungswellen“ niemals von der Basis ausgehen, sondern immer von der Spitze der Partei aus betrieben werden; dort wo Berufspolitikerkarrieren geplant werden. Die Versuchung, sich die linke Mainstream-Presse zum Verbündeten im innerparteilichen Kampf zu machen, muss immens sein. Ich halte alle Vorsitzenden und Vorstände grundsätzlich für integer genug, dass niemand von ihnen sich bewusst die Linkspresse zum geheimen Verbündeten wählt. Aber steter Tropfen höhlt den Stein. Pfründe als Zuckerbrot und die Antifa als Peitsche zeigen auf Dauer Wirkung im Unterbewusstsein – das ist menschlich und völlig nachvollziehbar. Es ist nur allzu gut zu verstehen, dass ein solches Spannungsfeld auf Dauer mentale Verschleißerscheinungen erzeugt. Nicht zuletzt deshalb musste die AfD bisher schon zwei Mal ihre Führungsfigur austauschen. Derzeit stellt sich die Frage, ob die AfD schon wieder in die selbe Sackgasse laufen muss, nur weil sie die Ursache dieses Phänomens nicht zu erkennen gewillt oder im Stande ist.<br><br>Eine ursächliche Fehlannahme ist in unserer menschlichen Eitelkeit und Überheblichkeit begründet. Es ist die Annahme, die Politiker in den Altparteien seien grundsätzlich schlechtere Menschen als wir. Weil sie so schlecht und charakterlos seien, erliegen diese dem Gruppendruck, lassen sich gleichschalten und greifen zur plumpen Nazi-Verleumdung, um sich der Konkurrenz zu erwehren und ihre Pfründe zu verteidigen. Und was war dann mit Lucke und Petry, die den gleichen Weg beschritten? Na ja, das sind dann halt auch charakterlich unzulängliche Menschen, bei denen man das nur nicht gleich gemerkt hat. So erklärt man sich allgemein in der AfD, wie es zu dem Gesinnungswandel und der Anpassung dieser ehemaligen Lichtgestalten kommen konnte. Doch dieses Erklärungsmuster führt in die Irre und zwingt die AfD zur Wiederholung immer des gleichen Fehlers. Es grüßt das Murmeltier.<br><br>Die AfD muss endlich erkennen: Es sind nicht die Menschen, die zu schwach waren. Ich halte beispielsweise Lucke und Petry nach wie vor für grundsätzlich ziemlich charakterstarke Menschen. Es ist der Druck des Systems zur Anpassung, der nahezu unmenschlich ist.&nbsp;Wer sich selbst, seinen „Flügel“, seine „Alternative Mitte“ oder auch die AfD insgesamt für immun gegen die ausgefeilten Mechanismen dieses Systems hält, der hat schon verloren. Der ist dazu verdammt in die gleiche Falle zu laufen. Weder der „Flügel“, noch die „Alternative Mitte“, noch die AfD als Ganzes sind pauschal gegen den Druck, die Verlockungen und die Gewalt gewappnet, die dieses über Jahrzehnte aufgebaute Spinnennetz des Systems bereithält. Je sicherer sich einer fühlt, desto eher wird er sich einwickeln lassen. Denn die Politiker der Altparteien sind pauschal keine schlechteren Menschen als wir AfD-ler. Sie sind bloß schon sehr viel früher in diese gleichen Fallen gelaufen. Sie haben die perfiden und perversen Mechanismen des Machtsystems über Jahrzehnte hinweg tief verinnerlicht und halten sie, je nach Partei, mittlerweile für natur- oder gottgegeben.<br><br>Das Einzige, was uns eine geringe Chance verspricht diesen Mechanismen am Ende nicht zu erliegen, ist unsere noch(!) starke und aktive Basis sowie unsere starke Verankerung in der arbeitenden Bevölkerung. Diese Basis muss gepflegt und gestärkt werden, weil sie ein Bollwerk gegen die Verlockungen und Schrecken des pervertierten Polit-Systems seien kann. Denn nur die Basis wird ihre Kernanliegen im politischen Hickhack nicht dauerhaft aus den Augen verlieren. Das Gleiche gilt für die uns unterstützenden Bürger, Gruppen und Vereine. Ihre Nähe zur AfD ist grundsätzlich zu unterstützen und wertzuschätzen.<br><br>Doch das Gegenteil passiert: Mitgliederparteitage auf Bundesebene stehen kaum noch zu Debatte. Mittlerweile distanzieren sich vor allem die westlichen AfD-Funktionäre von nahezu jeglichem Bürgerprotest von Dresden bis Kandel. In der Spitze der Partei wollte man sich gar von der eigenen Jugendorganisation (JA) distanzieren und konnte nur vom Parteikonvent daran gehindert werden, der hier als Sprachrohr der Basis seine Aufgabe erfüllen konnte.&nbsp;Eine Welle von Partei- und Fraktionsausschlussverfahren mit zum Teil hanebüchenen Begründungen zerrüttet die Partei mittlerweile seit Monaten und lässt die gesamtdeutschen Umfragewerte von Monat zu Monat sinken. Um verdiente Mitglieder innerhalb der AfD massiver sozialer Stigmatisierung auszusetzen, reicht mittlerweile das falsche Etikett auf einer Weinflasche im Hintergrund eines Fotos. Der Vorstand lässt dies alles unkommentiert oder wirkt gar unterstützend bei der Hatz. Unter dem Druck der drohenden Verfassungsschutzbeobachtung will man vermutlich seine eigenen Hände in Unschuld waschen, indem man zur Entlastung mit dem Finger auf andere zeigt. Nach der Maxime: Also ich bin kein Nazi, aber der da, der ist Nazi. Bei nüchterner Betrachtung muss dabei doch jedem klar sein, dass unsere Gegner sich damit nie zu Frieden geben werden. Sondern sobald ein „Nazi“ (der keiner ist) abgeschossen wurde, wird der nächste „Nazi“ (der keiner ist) ins Visier genommen – Das geht solange weiter, bis man selbst, trotz aller Kollaboration, irgendwann doch an der Reihe ist.<br><br>Wie ist also innerparteilich mit Andersdenkenden umzugehen? Schließt man Menschen aus, deren Aussagen&nbsp;grenzwertig sind, die nicht zum Mainstream in der AfD passen? Auf dem legendären Parteitag in Essen wurde von Petry ein Versprechen formuliert, das auch nach ihrem Austritt noch Gültigkeit haben muss: Die AfD ist die Partei der Meinungsfreiheit. Es gibt in der AfD für Meinungsäußerungen „keine rote Linie außer der FDGO und dem Grundgesetz“.<br>Dies ist absolut und uneingeschränkt richtig. Die Politische Korrektheit ist das tiefwirkende ideologische&nbsp;Gift, das unserer Land zu Grunde richtet. Den herrschaftsfreien Diskurs wieder herzustellen ist grundlegend zur vollen Wiederherstellung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in unserem Land. Ohne Freiheit ist alles nichts!<br><br>Gegen diese Grundforderung wird oft eingewendet, eine Partei sei kein Debattierclub, sie brauche Richtung und Profil. Dem ist grundsätzlich nicht zu widersprechen.&nbsp;Doch das Mittel, um der AfD eine klare Kante zu geben, ist auf keinen Fall das Parteiausschlussverfahren! Sondern dazu geben wir uns ein Programm. Dazu verabschieden wir Resolutionen und Forderungen. Dazu wählen wir Mitglieder in Ämter, die für uns öffentlich sprechen sollen. Dazu wählen wir Funktionsträger auch wieder ab, die nicht mehr für uns sprechen sollen. Dies alles geschieht im Rahmen einer offenen und unzensierten Debatte auf dem Boden des Grundgesetzes. Das ist gelebte Demokratie. Wer mit Parteiausschlussverfahren um sich wirft, oder wer alle möglichen Gruppierungen&nbsp;pauschal für „unvereinbar“ erklären will, der will diese Debatte und diesen demokratischen Prozess abkürzen oder gar umgehen. Er will sich nicht dem offenen Wettbewerb der freien Ideen und der geheimen Wahl mit offenem Ausgang stellen, sondern er will bereits vor der Wahl die Auswahl massiv einschränken. Genau nach diesem Schema agieren ja auch Merkel und die Blockparteien gegenüber der AfD. Wir müssen mit aller Kraft verhindern, dass diese Mechanismen sich in unserer Partei etablieren können.<br><br>Nun gibt es ja tatsächlich auch vereinzelte Mitglieder, die nicht auf dem Boden des Grundgesetzes stehen. Oder vereinzelte Mitglieder, die Positionen vertreten, die mit der AfD unvereinbar sind, wie beispielsweise das propagieren antisemitischer Stereotype. Wie verfährt man nun mit diesen? Natürlich darf man dort ein Ausschlussverfahren einleiten. Doch sollte man auch hier beachten, mit anderen so zu verfahren, wie man es für sich selbst erwarten würde. Das heißt: Verleumdungen, Pauschalisierungen, soziale Ächtung etc. verbieten sich auch im Umgang mit solchen Parteigängern. Mir ist in den über fünf Jahren meiner Mitgliedschaft eigentlich nur ein Fall bekannt, wo wirklich ein&nbsp;tragfähiger Ausschlussgrund vorliegt, weil ich dessen Positionen für klar antisemitisch halte. Ich hatte bisher keinen Kontakt zu dieser Person, aber das kann ja auf AfD-Veranstaltungen oder Demonstrationen durchaus mal passieren. Muss ich mich dann „distanzieren“? Darf ich nicht mit diesem Mann reden? Muss ich Veranstaltungen verlassen, wenn er dabei ist? Falls er neben mir Platz nimmt, muss ich dann meinen Platz wechseln? Wenn er gar ans Mikrofon tritt, muss ich den Saal verlassen? Darf ich ihm zustimmen, wenn er zum Beispiel erklärt, dass die Grünen Deutschlands Untergang sind? Darf ich ihm die Hand geben, wenn er sie mir anbietet? Darf ich einem Antrag von ihm zustimmen, den ich sinnvoll finde? Darf ich mit ihm lachen, falls er eine guten Witz über Merkel machen sollte? Und wenn jemand gerade in dem Moment ein Foto macht, wie ich mit ihm lache, bin ich dann auch „einer von denen“? Bin ich dann automatisch auch Antisemit oder „Nazi“?<br><br>Um es klar zu sagen, Antisemitismus und jedweder Totalitarismus sind klar abzulehnen. Aber ich glaube nicht, dass man zum Antisemiten oder Nazi wird, weil man neben einem sitzt, mit ihm spricht oder ihn wie einen Menschen behandelt. Man wird nicht zum Nazi, weil man auf irgendeinem Foto drauf ist, auf dem auch ein Neo-Nazi drauf ist. Man wird nicht zum Nazi oder Antisemiten, weil man nicht bereit ist, Nazis oder Antisemiten jede Menschlichkeit abzusprechen. Man wird auch nicht zum Nazi oder Antisemiten durch ein falsches Wort, bei dem man dann angeblich sein „wahres Gesicht“ zeigt. Es gehört elementar zur Meinungsfreiheit, nicht sofort für ein falsch gewähltes Wort der totalen sozialen Ächtung ausgesetzt zu werden. Nur so ist ein angstfreier, offener Diskurs möglich, der die Grundlage jeder Demokratie darstellt. Lucke, Gauland, von Storch, Petry und andere Führungspersonen der AfD haben alle schon diese Fehlertoleranz für sich in Anspruch genommen – und das ist gut so. Denn alles andere vergiftet nur unsere Gesellschaft und ein humanes Miteinander. Dass das Gift der politischen Korrektheit und der sozialen Ausgrenzung Andersdenkender derzeit in Deutschland grassiert, ist schlimm genug. Wir sollten es in unserer Partei aber anders vorleben und eine Alternative dazu sein.</p>



<p><em>&#8212;<br>Erstveröffentlicht am 09.01.2019 auf glueckesunterpfand.de:<br><a href="https://www.glueckesunterpfand.de/2019/01/09/zur-distanzeritis-in-der-afd/">https://www.glueckesunterpfand.de/2019/01/09/zur-distanzeritis-in-der-afd/</a></em></p>
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