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		<title>Die False-Attacks des Friedrich Merz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Simon Niederleig]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Nov 2023 19:52:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Was ist von den Attacken des Friedrich Merz auf die Grünen zu halten?]]></description>
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<p><strong>Was ist von den Attacken des Friedrich Merz auf die Grünen zu halten?</strong></p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="640" height="400" src="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/11/BlackRock.png" alt="" class="wp-image-904" srcset="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/11/BlackRock.png 640w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/11/BlackRock-300x188.png 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8222;Eine schwarz-grüne Koalition wäre eine Koalition von BlackRock mit BlackRock.&#8220; &#8211; Beatrix von Storch / Bildrechte: zitronenmarmela.de</figcaption></figure></div>


<p>&#8222;Merz attackiert Grüne&#8220;, &#8222;Merz erklärt Grüne zum politischen Hauptgegner&#8220;, &#8222;Merz fordert Graichen-Entlassung&#8220;, &#8222;Merz an Scholz: Werfen Sie die Grünen raus!&#8220; usw. – derartige Schlagzeilen häuften sich in letzter Zeit und wurden von der Systempresse begierig verbreitet. Gibt es da einen Umschwung in Union? Gibt es einen tatsächlichen Richtungswandel? Oder welchem Zweck dient das bald tägliche Getöse?<br><br>CDU und CSU sind auch unter Friedrich Merz weiterhin eine grüne Partei, die unter falscher Flagge segelt. Es geht dabei nur zum Teil um die Tatsache, dass alte Merkel-Seilschaften weiterhin auf allen Ebenen die Partei dominieren. Viel gefährlicher ist, dass auch Friedrich Merz, hinter seiner wirtschaftsliberalen Maske, ein Agent der grünen Agenda ist. Die Konfliktlinie innerhalb der Union verläuft zwischen Grün (Merz, Linnemann) und Grüner (Wüst, Günther, Polenz). Man kannte genau diese trojanische Verpuppung schon von der Merkel-CDU. Solange Merkel nicht Bundeskanzlerin war, hat auch sie gerne rhetorisch auf die Grünen eingedroschen, nur um dann die grünste Politik zu machen, die Deutschland bis dahin erlebt hat.<br><br>Nun sind seit Merkels erster Kanzlerschaft mehr als 18 Jahre vergangen und das politische Publikum in Deutschland scheint mehr als bereit, auf die gleiche Masche erneut hereinzufallen. Jugendliche Unerfahrenheit auf der einen und Demenz auf der anderen Seite des Altersspektrums machen es möglich, alle paar Jahrzehnte, mit den gleichen politischen Zaubertricks beim Publikum zu punkten.<br><br>Während bei der &#8222;False Flag&#8220; dem Publikum ein falscher Angreifer suggeriert wird, wird bei der &#8222;False Attack&#8220; ein Angriff vorgespielt, wo im Grunde gar keiner stattfindet. Letzteres passiert im politischen Raum tagtäglich. Deshalb ist es so verwunderlich, dass damit immer wieder so große Resonanz beim politischen Publikum erzielt werden kann. Es ist nichts anderes als ein Showkampf, wie beim Wrestling. Jeder weiß genau, wo die wirklichen Schmerzpunkte bei der gegnerischen Partei sind, die niemals überschritten werden. Und jeder Politikprofi hat Verständnis dafür, dass der &#8222;Gegner&#8220; seinen Anhänger eine Show liefern muss. Feindschaft innerhalb des Altparteienkartells zu suggerieren, ist daher immer profitabel: Es mobilisiert die Anhängerschaft aller Beteiligten. Deshalb werden derartige Konflikte zwischen Altparteien von der Systempresse immer gerne aufgegriffen und aufgebauscht. Somit ist auch bei sämtlichen Merz-Äußerungen in Richtung der Grünen klar: Keine dieser Äußerungen stünde einer Koalition mit den Grünen ernsthaft entgegen. Schon am Wahlabend könnten sich Grüne und Schwarze lachend in die Arme fallen.<br><br>Man darf auch nicht vergessen, dass Merz’ theatralisches &#8222;Ausscheiden&#8220; aus der Politik Anfang der 2000er Jahre nicht wirklich inhaltlich begründet war. Es ging um Macht und Ambition – unter Merkel kam der damalige Youngster aufgrund persönlicher Antipathien nicht wirklich zum Zug. Er hat sich damals schnell einen lukrativen Platz zum politischen Überwintern gesucht: Er fand ihn beim Finanzgiganten BlackRock. Diese Investmentgesellschaft verfügt nicht nur über ein Kapital, das zehn Prozent des globalen(!) BIP entspricht, sondern sie hat ihre Planungen in den letzten Jahren auch stark auf einen politischen Siegeszug der grünen Agenda ausgerichtet. Sollte dieser Siegeszug ausbleiben, so wäre dies eine finanzielle Mega-Katastrophe für BlackRock. Wie wahrscheinlich ist es also, dass der BlackRock-Zögling Merz auf eine Koalition mit den Grünen verzichten würde, sollte sich ihm die Gelegenheit dazu bieten? Wie wahrscheinlich ist es, dass jemand, der 16 Jahren als Lobbyist bei einem derart weltbeherrschenden Unternehmen gearbeitet hat, wirklich als freier und unabhängiger Mensch in die Politik zurückkehrt? Oder anders gefragt: Wie viel politische Naivität wollen wir uns eigentlich noch leisten?<br><br>Also nein, die ganzen Angriffe des Friedrich Merz auf seinen künftigen Koalitionspartner sind nichts als Show. Sie werden am Wahlabend bereits vergessen sein. Merz hat zwar Olaf Scholz zum Bruch der Koalition mit den Grünen aufgerufen, doch über die eigenen schwarz-grünen Koalitionen in den Ländern verlor er bisher kein kritisches Wort. Und diese unionsregierten Länder tun sich nun beispielsweise nicht gerade als Bremser der Deutschland zerstörenden Migrationspolitik hervor. Im Gegenteil sind die unionsregierten Länder allesamt willige Vollstrecker jeglicher Ampel-Zumutungen.<br><br>Auch im Bundestag belässt es die Union immer bei bloßer anti-grüner Rhetorik. Wenn es aber ernst wird, steht sie nach wie vor stramm an der Seite des grünen Projekts. So stimmte sie beispielsweise im Ältestenrat gegen die Einwände gegen zwei Ordnungsrufe gegen Frau von Storch, die diese für <a href="https://youtu.be/Ra8pet6BJ18?si=3jfLIwj9N6mDit7P" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ihre hervorragende Rede</a> erhielt, weil sie in dieser Rede &#8222;Tessa&#8220; Ganserer von den Grünen korrekt als &#8222;Herrn Ganserer&#8220; bezeichnete. Wie zur Merkel-Zeit geht in der Merz-CDU also weiterhin Machtpolitik vor Rechtsstaatlichkeit und demokratischer Fairness.<br><br>Man sollte auch nicht vergessen, dass Merz bereits 2020 gemeinsame <a href="https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/parteien/id_88127622/cdu-kandidat-friedrich-merz-regt-buendnis-mit-den-gruenen-an.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Koalitionen mit den Grünen</a> auf Bundesebene anregte, als das sogar in der Merkel-CDU noch unpopulär war, und es keine richtigen Gründe für eine solche Positionierung gab. Es wirkt rückblickend, als habe er damals schon seine grüne BlackRock-Agenda primen wollen. Das heißt, Merz wollte klarstellen, in welche Richtung die Reise mit ihm als Parteivorsitzenden grundsätzlich gehen soll. Und bis heute tut Merz tatsächlich auch alles dafür, der Union mittels &#8222;Brandmauer&#8220; konsequent alle Koalitionsoptionen jenseits der Linken und Grünen zu versagen.<br><br>Die sich in letzter Zeit häufenden Scheinattacken des Friedrich Merz auf die Grünen haben also vor allem die Funktion, dem Wähler Sand in die Augen zu streuen. Die <a href="https://youtu.be/R5VoOr7XRHQ?si=i_EPQrAjQ1NiMTu7" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Verbindung des BlackRock-Manns Friedrich Merz zu den BlackRock-Grünen</a> soll bis zum Wahltag aus dem Bewusstsein der Wähler verdrängt werden. An eine Schwarz-Grüne-Koalition auf Bundesebene soll so lange niemand mehr denken, bis sie nunmal da ist.</p>
<p><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Fzitronenmarmela.de%2F2023%2F11%2F21%2Fdie-false-attacks-des-friedrich-merz%2F&amp;linkname=Die%20False-Attacks%20des%20Friedrich%20Merz" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_x" href="https://www.addtoany.com/add_to/x?linkurl=https%3A%2F%2Fzitronenmarmela.de%2F2023%2F11%2F21%2Fdie-false-attacks-des-friedrich-merz%2F&amp;linkname=Die%20False-Attacks%20des%20Friedrich%20Merz" title="X" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_whatsapp" href="https://www.addtoany.com/add_to/whatsapp?linkurl=https%3A%2F%2Fzitronenmarmela.de%2F2023%2F11%2F21%2Fdie-false-attacks-des-friedrich-merz%2F&amp;linkname=Die%20False-Attacks%20des%20Friedrich%20Merz" title="WhatsApp" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_telegram" href="https://www.addtoany.com/add_to/telegram?linkurl=https%3A%2F%2Fzitronenmarmela.de%2F2023%2F11%2F21%2Fdie-false-attacks-des-friedrich-merz%2F&amp;linkname=Die%20False-Attacks%20des%20Friedrich%20Merz" title="Telegram" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Fzitronenmarmela.de%2F2023%2F11%2F21%2Fdie-false-attacks-des-friedrich-merz%2F&amp;linkname=Die%20False-Attacks%20des%20Friedrich%20Merz" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Fzitronenmarmela.de%2F2023%2F11%2F21%2Fdie-false-attacks-des-friedrich-merz%2F&#038;title=Die%20False-Attacks%20des%20Friedrich%20Merz" data-a2a-url="https://zitronenmarmela.de/2023/11/21/die-false-attacks-des-friedrich-merz/" data-a2a-title="Die False-Attacks des Friedrich Merz"></a></p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Merz zwischen allen Stühlen</title>
		<link>https://zitronenmarmela.de/2023/07/01/merz-zwischen-allen-stuehlen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simon Niederleig]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Jul 2023 13:52:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Originellste an der "Agenda für Deutschland" dürfte der Name sein. Wie ein Wasserzeichen ist im Titel als Abkürzung die AfD eingewebt. Das Kürzel verweist sogleich auf das Original. Merz nähert sich rhetorisch der AfD an, von der er sich doch so unbedingt distanzieren will. Der Kurs der Union wird immer unklarer. ]]></description>
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<p><strong>Das Originellste an der &#8222;Agenda für Deutschland&#8220; dürfte der Name sein. Wie ein Wasserzeichen ist im Titel als Abkürzung die AfD eingewebt. Das Kürzel verweist sogleich auf das Original. Merz nähert sich rhetorisch der AfD an, von der er sich doch so unbedingt distanzieren will. Der Kurs der Union wird immer unklarer.</strong></p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img decoding="async" width="1036" height="668" src="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/07/DoppelterMerz.png" alt="" class="wp-image-795" srcset="https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/07/DoppelterMerz.png 1036w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/07/DoppelterMerz-300x193.png 300w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/07/DoppelterMerz-1024x660.png 1024w, https://zitronenmarmela.de/wp-content/uploads/2023/07/DoppelterMerz-768x495.png 768w" sizes="(max-width: 1036px) 100vw, 1036px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Merz gehts in alle Richtungen gleichzeitig. 
(Bildausschnitt einmal gespiegelt von European People’s Party, European People’s Party auf wikimedia, Lizenz: Creative Commons 2.0) </figcaption></figure>



<p>Man wusste schon bisher nicht so recht, wofür die Union unter dem CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz eigentlich noch steht. Seitdem Söder und Merz gemeinsam die &#8222;Agenda für Deutschland&#8220; proklamiert haben, weiß man es noch weniger. Tage zuvor hatte Merz einige Verwirrung gestiftet, indem er die Grünen zum &#8222;Hauptgegner in der Regierungskoalition&#8220; erklärte. Um der Inquisition der Staatsmedien zu entkommen, musste Merz sogleich die AfD vom &#8222;Hauptgegner&#8220; zum &#8222;Feind der Demokratie&#8220; hochjazzen.<br><br>Sein vermeintlicher neuer &#8222;Hauptgegner&#8220;, also die Grünen, waren bis vor wenigen Tagen noch sein erklärter Koalitionspartner. Sie sind es übrigens immer noch, allerdings soll gerade diese Tatsache offenbar durch den aktuellen Theaterdonner im Bewusstsein der Wähler überdröhnt werden. Was blieb, war der Eindruck, dass der CDU-Parteivorsitzende sich in einen Mehrfrontenkrieg verzettelt hat und Schwierigkeiten hat, zwischen lauter Gegnern, Feinden und potenziellen Koalitionspartnern zu unterscheiden. Merz hat sich zwischen alle politischen Stühle gesetzt.<br><br>Vermutlich haben die rasant ansteigenden AfD-Umfragewerte im Konrad-Adenauer-Haus einige Panikattacken ausgelöst. Doch es gibt für die Union noch eine weitere bedrohliche Entwicklung, der sie entgegensteuern muss: Die vor Wochen veröffentlichte <a rel="noreferrer noopener" href="https://youtu.be/R5VoOr7XRHQ" target="_blank">brillante Recherchearbeit von Beatrix von Storch</a> hat detailliert die Verbindungen von BlackRock zum Umfeld der Grünen aufgezeigt. Auch recherchierte sie das gigantische Investitionsvolumen, das BlackRock in Erwartung einer &#8222;grünen Transformation der Gesellschaft&#8220; bereits getätigt hat. Ohne als &#8222;Verschwörungstheoretiker&#8220; gelten zu müssen, darf man getrost annehmen, dass Merz als ehemaliger leitender Angestellter von BlackRock selbst noch stark mit diesem finanziellen Weltimperium vernetzt ist. Alles andere wäre naiv.<br><br>Dass Merz nun aber <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/parteien/id_88127622/cdu-kandidat-friedrich-merz-regt-buendnis-mit-den-gruenen-an.html" target="_blank">seit langer Zeit schon mit den Grünen koalieren</a> wollte, erscheint vor dem Hintergrund dieser neuen Informationen über das grüne NGO-Umfeld in einem völlig anderen Licht. Nicht politische Gemeinsamkeiten, sondern gemeinsame Profitinteressen sind offenbar das Erz, aus dem in der Bundesrepublik Koalitionen über politische Lagergrenzen hinweg geschmiedet werden. Frau von Storch brachte es auf die knackige Formel, dass eine Koalition von Merz mit den Grünen, eine &#8222;Koalition von BlackRock mit BlackRock&#8220; wäre.<br><br>Merz und seine Gefolgsleute würden die Offenlegung dieser Zusammenhänge sicher gerne vergessen machen. Was könnte da mehr helfen, als mit rhetorischen Platzpatronen die Grünen aufs Korn zu nehmen? Der Pulverdampf jedenfalls vernebelt die belastenden Zusammenhänge beim politischen Publikum. Eben noch Koalitionspartner der Herzen werden die Grünen jetzt von heut auf morgen zum &#8222;Hauptgegner&#8220; des chronischen Oppositionsverweigerers erklärt. Das tut den Grünen nicht wirklich weh – im Gegenteil, das schärft auch ihr politisches Profil. Gerne spielen sie also das Spiel mit und heulen empört auf.<br><br>Zum inszenierten Parteienstreit zwischen Union und Grünen gehört auch die schon eingangs erwähnte &#8222;Agenda für Deutschland&#8220; von CDU und CSU. Unter diesem Titel findet sich ein Sammelsurium politischer Allgemeinplätze, Worthülsen und wohlfeiler Forderungen (&#8222;gute Wirtschaftspolitik&#8220;, &#8222;Hightech Agenda&#8220;, &#8222;Steuerentlastungen&#8220; usw. usw.). Auch erkennbar undurchdachte und auf Effekt getrimmte Detailvorschläge, wie &#8222;Steuerfreiheit für Überstunden&#8220;, sollen darin zu finden sein. Solche Peinlichkeiten zeigen, dass diese &#8222;Agenda&#8220; mit heißer Nadel gestrickt ist. Sie ist auf mediale Wirkung angelegt, um dem Aufstieg der AfD wenigstens rhetorisch schnell etwas entgegenzusetzen. Sie ist alles andere als die grundsätzliche politische Neupositionierung der Union, die so dringend notwendig wäre.<br><br>So erinnert beispielsweise die Forderung nach der &#8222;Unterscheidung von illegaler und legaler Migration&#8220; lediglich daran, was CDU und CSU seit 2015 versäumt haben. Bis heute fehlt in der Union auch eine klare Verurteilung des von Merkel begangenen Unrechts in 2015. Der 11-Minuten-Applaus auf dem CDU-Parteitag in 2016 für diese Kanzlerin und ihre Unrechtspolitik ist immer noch im Gedächtnis der Bürger abrufbar. Und bis heute fehlt in CDU und CSU weiterhin jede Einsicht, dass die angestrebte Umformung Deutschlands in ein multikulturelles Einwanderungsland mit der unumkehrbaren Zerstörung unserer Kultur und unserer Traditionen einhergeht. Bis heute haben sich die &#8222;Schwesterparteien&#8220; nicht zu der Klarheit durchringen können, mit der Alexander Gauland als Parteivorsitzender der AfD bereits 2015 formulierte: Die Aufnahme von jährlich hunderttausenden Migranten &#8222;können und WOLLEN wir gar nicht schaffen&#8220;.<br><br>Das Originellste an der &#8222;Agenda für Deutschland&#8220; – und für die Union zugleich das Schädlichste – dürfte allerdings der Name dieses Papiers sein. Wie ein Wasserzeichen ist im Titel als Abkürzung die AfD, die Alternative für Deutschland, eingewebt. Das Kürzel verweist sogleich auf das Original. Wie mit einem dicken Pfeil zeigt die Überschrift des Pamphlets so auf eben jene Partei, von der man sich doch bei CDU und CSU so dringend abgrenzen möchte. Die Frage, warum man dann aber derart plump versucht, die AfD inhaltlich zu kopieren, werden Merz und Söder niemals plausibel beantworten können.<br><br>Die Linken und Grünen werden diese &#8222;Agenda&#8220; fortan als Beleg für die Annäherung der Union an die AfD anführen können. Man wird diese &#8222;AfD Agenda&#8220; der Union von linker Seite sogar mit einiger Berechtigung als verdecktes Signal der Koalitionsbereitschaft mit der AfD interpretieren können. Der konservative Wähler wird daher noch weniger wissen, wofür CDU und CSU heute eigentlich stehen. Politischer Eiertanz kam bei konservativen Bürgern aber noch niemals gut an. Diese Wähler werden sich früher oder später entweder für das grüne oder eben das blaue Original entscheiden, damit sie wissen, woran sie sind.<br><br>Bei denjenigen Bürgern, der derzeit ohnehin mit der Wahl der AfD liebäugeln, wird dieser schlechte Kopierversuch auch lediglich die Sehnsucht nach dem Original weiter verstärken. Denn es wird bei CDU/CSU weiterhin lediglich bei der Symptombehandlung bleiben: &#8222;Bekämpfung der Clan-Kriminalität&#8220; statt Remigration. Wohlfeile Kritik an Habecks bereits gescheitertem Heizungsgesetz statt der Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zum Habeck-Graichen-Clan. Weitere Entlastungskosmetik statt Beendigung der EU-Schuldenpolitik und statt Beendigung der suizidalen Russland-Sanktionen.<br><br>Das obligatorische Bekenntnis der Parteispitzen von CDU und CSU zum &#8222;Klimaschutz&#8220; zeigt zudem, dass die Union die grüne Meinungshegemonie nicht ernsthaft infrage stellen möchte – das wär allerdings dringend nötig. Und auch keine der jetzt getätigten Ankündigungen würde einer zukünftigen Regierungsbildung mit den Grünen wirklich im Wege stehen. Eine Stimme für CDU oder CSU bleibt daher weiterhin eine Stimme für die Grünen. Es geht der Union jetzt lediglich darum, den Wählern mit der &#8222;Agenda&#8220; in dieser Frage etwas Sand in die Augen zu streuen.<br><br>Also nein, von der Union sind keine grundlegenden Kursänderungen mehr zu erwarten, egal wie viele &#8222;Papiere&#8220; sie noch verabschieden mag. Sie blinkt zuweilen nach rechts, bleibt aber in den zentralen politischen Fragen weiterhin in der Ideologie des linksgrün dominierten &#8222;Bündnis gegen Rechts&#8220; gefangen. Mit diesem Kurs ist die Union unter &#8222;Hoffnungsträger&#8220; Friedrich Merz jetzt in der ersten Umfrage wieder <a rel="noreferrer noopener" href="https://dawum.de/Bundestag/Wahlkreisprognose_de/2023-06-26/" target="_blank">auf die 24 Prozent zurückgefallen</a>, die sie auch bei der letzten Bundestagswahl erreichen konnte. Für ein solches Ergebnis hatte man Armin Laschet damals vom Hof gejagt.<br><br>Bei der Vorstellung der &#8222;Agenda für Deutschland&#8220; wurde übrigens mehr über München als über Deutschland geredet. Es ist Wahlkampf in Bayern. Das war der eigentliche Anlass für dieses &#8222;Papier&#8220;.</p>
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